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Arbeitsorientierte Berater

Böse Cost Cutter, gute Betriebsräte?

Die Fronten zwischen Management und Arbeitnehmervertretung sind seit Anfang der 90er deutlich weicher und die Krankenhauswelt komplizierter geworden. Da stellt sich die Frage: Wozu brauchen Kliniken bei Sanierung und Veränderungsprozessen noch arbeitsorientierte Beratungsunternehmen?

Sabine Baldauf, BAB Institut

Foto: privat

Sabine Baldauf kam 1996 zum BAB Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH, seit 2002 ist die diplomierte Ökonomin Geschäftsführende Gesellschafterin.

Arbeitnehmer

Illustration: Wiedenroth

Management tritt Betriebsrat: So einfach sind die Verhältnisse heute oft nicht mehr. Der Betriebsrat verteufelt Rendite nicht, solange ins Haus reinvestiert wird. Die Geschäftsführung erkennt, dass die Personalschraube nicht weiter nach unten gedreht werden kann.

Als wir vor fast 25 Jahren als BAB Institut mit beteiligungsorientierten Projekten begannen, war die Beratungswelt noch einfach: Die großen Consulting-Häuser mit ihren Cost-Cutting-Ansätzen waren die Bösen. BAB dagegen – vom Betriebsrat favorisiert, arbeitnehmernah und partizipativ – verkörperte das Gute. Wir prüften die Konzepte der Consulting-Kollegen, die der Vorstand oder Eigen­tümer oftmals als Feigenblatt für harte Entscheidungen eingesetzt hatten; wir übersetzten betriebswirtschaftliche Ergebnisse für den Personal- oder Betriebsrat und entwickelten zusammen mit den Arbeitnehmervertretern Alternativszenarien, um diese für ihre Verhandlung mit dem Arbeitgeber "fit für Augenhöhe" zu machen.

Heute stellt sich die Situation differenzierter dar: Der Betriebsrat verteufelt Rendite nicht, solange ins Haus reinvestiert wird. Die Geschäftsführung erkennt, dass die Personalschraube nicht weiter nach unten gedreht werden kann. McKinsey & Co. sprechen inzwischen auch mit dem Betriebsrat und halten Führungskräfte auf dem Laufenden. Hinzu kommt: BAB begleitet mittlerweile auch Restrukturierungsprozesse im Auftrag des Managements. Wir "können Krankenhaus" bis hin zu Sanierungsberatung und Interimsmanagement. Doch inwiefern kann unser Ansatz dann noch partizipativ genannt werden? 

 

Die Interessen von Management, Betriebsrat, Führungskräften, Beschäftigten, Ärzteschaft und Pflegedienst ernst nehmen und alle an einen Tisch bringen - darum geht es uns.

Integration lautet heute die ­Zauberformel

Er ist es noch immer – doch haben wir ihn neu interpretiert: Im Mittelpunkt der Arbeit des BAB-Teams steht jetzt die Integration der unterschiedlichen Interessengruppen in einer Veränderungssituation. Die Interessen von Management, Betriebsrat, Führungskräften, Beschäftigten, Ärzteschaft und Pflegedienst ernst nehmen und alle an einen Tisch bringen – darum geht es uns. Klingt einfach? Alles Handwerkszeug aus dem Lehrbuch über Projektmanagement? Eine für den Kunden und seine Kultur passende Arbeitsstruktur aufzuzeigen und gemeinsam auszugestalten ist oft schon Teil des Beratungsprozesses. Bereits hier geht es um Haltung und Selbstverständnis aller Beteiligten. Akzeptiert das Management die Betriebsratsvorsitzende in der Projektleitung? Ist das Betriebsratsgremium offen für einen Prozess, der nicht zuallererst mit dem Gesetzbuch geführt wird, sondern mit Fachlichkeit und Diskurs? Hier ist Vermittlungsarbeit gefragt.

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie im kma report beratung, der am 12. April zusammen mit Ausgabe 4/17 erscheint oder digital auf der Thieme Zeitschriftenplattform Thieme Connect.

  • Schlagwörter:
  • Beratung
  • Consulting
  • Betriebsrat
  • BAB Institut

Kommentare (1)

  1. Lange Erfahrungshistorie

    26.07.2017, 16:46 Uhr

    Es ist interessant, welche lange Erfahrungshistorie BAB inzwischen hat - seit den Anfängen, die ich ja mitbekommen habe. Die Verbindung von Fakten, Interessen und... ich will mal sagen: Vernunft und Augenmaß hat Euch immer ausgezeichnet. Weiter viel Erfolg!

    Sabine Neugebauer, TN-TEAM, Düsseldorf

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