
Zum letzten Mal öffnete die DMEA in Berlin ihre Tore – und tat es mit einem Paukenschlag: 22.000 Teilnehmende besuchten die diesjährige Ausgabe der europäischen Leitmesse für Gesundheits-IT, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 900 Aussteller aus fast 30 Ländern sowie 550 Speaker aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sorgten für ein dichtes Programm. Die inhaltlichen Schwerpunkte lagen auf Künstlicher Intelligenz, Interoperabilität, Telemedizin und dem Europäischen Gesundheitsdatenraum. Neun von zehn befragten Besuchenden zeigten sich mit der Veranstaltung (sehr) zufrieden.
Klares politisches Signal für Tempo bei der Digitalisierung
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die die Schirmherrschaft der DMEA 2026 übernommen hatte, gab in ihrer Eröffnungskeynote die Richtung vor: „Die entscheidende Frage ist schon lange nicht mehr, ob wir digitalisieren, sondern wie entschlossen und wie klug wir das tun.“ Sie betonte, die Zukunft der Gesundheitsversorgung hänge davon ab, „wie entschlossen wir digitale Innovationen in die Praxis umsetzen können.“ Auch Gesundheitsministerinnen aus Bayern, Thüringen und Hessen nutzten die Plattform für Keynotes.
Die entscheidende Frage ist schon lange nicht mehr, ob wir digitalisieren, sondern wie entschlossen und wie klug wir das tun.
Bvitg-Geschäftsführer Sascha Raddatz zog ein positives Fazit, mahnte aber zugleich: „Jetzt kommt es darauf an, die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen: für mehr Tempo bei der Digitalisierung, für verlässliche und praxistaugliche Regulierung sowie für eine konsequente Überführung digitaler Lösungen in die Versorgung.“
Neben den großen Systemanbietern wie Compugroup Medical, Dedalus und Telekom Healthcare Solutions präsentierten rund 70 Startups ihre Lösungen in der Startup & Innovation Area. Den DMEA nova Award gewann das hessische Startup Prof. Valmed mit einem KI-Tool, das Ärztinnen und Ärzte bei Diagnose und Behandlung unterstützt und zugleich Schulungen zur sicheren KI-Nutzung im klinischen Alltag anbietet.
Neustart in München und Show-Down mit Berliner Konkurrenz
Was hinter den Kulissen bereits länger schwelte, ist seit Februar offiziell: Die DMEA verlässt Berlin. Nachdem der Veranstalter Bvitg und die Messe Berlin ihre langjährige Partnerschaft beendet haben, zieht die Messe ab 2027 nach München um. Die neue Berliner Konkurrenzveranstaltung „Smart Health Europe", die die Messe Berlin gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom ins Leben ruft, ist für exakt denselben Zeitraum im April 2027 geplant.
Wer in diesem Jahr die DMEA besuchte, wurde von beiden Seiten aktiv umworben. Großflächige Werbetafeln der Messe Berlin kündigten auf dem Gelände bereits das Wiedersehen im nächsten Jahr in Berlin an. Wer dagegen mit der S-Bahn vom Messegelände abreiste, wurde am Bahnhof von Flyern des Bvitg empfangen, die auf den bevorstehenden Umzug nach München hinwiesen.









Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen