Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Tobias Krick

Tobias Krick ist Mitgründer und Geschäftsführer des Healthcare Innovations Network. Er hat nicht nur ein Vorbild, sondern gleich eine ganze Reihe Menschen, an deren Charakterzügen er sich orientiert.

Tobias Krick
Tobias Kramer/Composed by Thieme

Tobias Krick, Co-Founder/CEO Healthcare Innovations Network.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Einen typischen Arbeitstag hat man als Gründer nicht. Jeder Tag ist abwechslungsreich und von neuen Herausforderungen geprägt. In Zeiten wie diesen findet das meiste am PC statt. Ich beschäftige mich dann viel mit der strategischen Planung, Vorbereitungen und Durchführung unserer Netzwerkaktivitäten. Außerdem führe ich viele Videokonferenzen mit (potenziellen) Kooperationspartner*innen oder Kund*innen. Ein weiterer wichtiger Teil meines Alltags ist das Vorbereiten von Social Media Aktivitäten (Content, Bildschnitt, Interviews, Podcasting etc.) – denn ich bin fest davon überzeugt, dass man als Geschäftsführer präsent sein muss, sowohl im Innenverhältnis als auch nach außen!

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

In nahezu allem was ich tue wachsen meine persönlichen und gesellschaftliche Ziele zusammen. Das Thema Innovation im Gesundheitswesen beschäftigt mich auf so vielen Ebenen. Ich sehe darin ein enormes Potenzial für alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen (allen voran für Patient*innen). Dieses Potenzial nutzen wir aktuell bei weitem noch nicht genug. Es war immer meine persönliche Motivation einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können, dass sich das verbessert. Vielleicht ist es mir sogar schon ein wenig gelungen. 

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Ich würde hier unterscheiden zwischen Themen, die „nur“ Beachtung erhalten und solchen, die tatsächlich auch gelebt werden. Beachtung erhalten viele Themen – mittlerweile auch das Thema Digitalisierung oder ein weiteres Herzensthema von mir: der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung im Gesundheitswesen. Gelebt werden diese Themen im Versorgungsalltag jedoch leider noch nicht genug. Daran könnten und sollten wir arbeiten. Ich denke, dass wir vor allem sichtbare Vorbilder brauchen, die diese Themen leben. Diese Menschen sichtbar zu machen habe ich mir ebenso zur Aufgabe gemacht, wie mich selbst möglichst vorbildlich zu verhalten (auch wenn das natürlich nicht immer gelingt, weil ich eben auch nur ein Mensch bin).

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Die einfachste Antwort ist: alle! Kooperation beginnt vor allem im Kopf. Wenn wir es schaffen, dass sich einzelne Fachbereiche (oder Sektoren) nicht mehr so stark gedanklich voneinander abgrenzen – das Gesundheitswesen also in seiner Gesamtheit sehen – dann haben wir einen wichtigen Schritt getan. Diese Sektorierung im Kopf sehen wir problematischer Weise auch bei der Betrachtung des Körpers in einzelnen Fachbereiche. Negatives Beispiel:  Ein Arzt betrachtet ein Röntgenbild mit dem Ziel einen Knochenbruch zu diagnostizieren. Er übersieht dabei den kleinen Tumor, der auf dem Bild erkennbar gewesen wäre, weil er den Fokus nur auf den eigenen Fachbereich gelegt hat. Hier können einerseits in Zukunft digitale Unterstützungstechnologien helfen – andererseits würde auch heute schon ein möglichst ganzheitlicher, fächerübergreifender Blick auf den Menschen etwas an der Situation ändern.

Haben Sie ein Vorbild?

Ich habe ein ganzes Repertoire an Menschen, deren Eigenschaften ich als Referenzpunkte heranziehe, um daraus ein Vorbild zu bauen, das so noch gar nicht existiert: mein Vorbild ist sozusagen mein „zukünftiges ich" – mit den Eigenschaften der Menschen, an denen ich mich versuche zu orientieren. Zu diesen Menschen gehören:

  • Mahatma Gandhi: für die Themen Vergebung und Güte
  • Richard Branson: für das Thema unternehmerischer Mut und Spaß an der Arbeit
  • Oprah Winfrey: für die Themen Kommunikation, gute Laune und Verbindung zu anderen Menschen
  • Robin Sharma: für die Themen Leadership und Respekt
  • Tony Robbins: für das Thema Power
  • Albert Einstein: für die Themen Paradigmenwechsel, out-of-the-box und Innovation
  • Rüdiger Nehberg: für die Themen Abenteuer- und Reiselust, sowie Einsatz für Menschenrechte

Außerdem habe ich das Glück von ein paar sehr guten Mentor*innen umgeben zu sein, zum Beispiel Prof. Heinz Rothgang, der mich bis heute immer unterstützt.

Mir ist klar, dass ich niemals so gut sein werde, wie die einzelnen Personen bei den Themen, für die sie stehen, aber ich finde es inspirierend darüber nachzudenken, was ich tun müsste, um so zu sein.

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