
Fast jede(r) Dritte der 18-24-Jährigen nutzt mittlerweile Apps zur Gesundheitsoptimierung. Knapp jede(r) vierte davon trägt auch „Wearables“ zur Messung von Gesundheitsdaten wie eine repräsentative Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt. Unter allen 2053 Befragten würden zwei Drittel ihre Gesundheitsdaten auch dem eigenen Hausarzt zur Verfügung stellen – sofern die Datensicherheit gewährleistet sei. Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Verbraucherinnen und Verbraucher sind skeptisch.
Risiken bei der Überwachung von Gesundheitsdaten?
Das Metaverse – eine digitale Welt, die in erster Linie über Virtual- (VR) und Augmented Reality (AR) funktioniert – ist auch im Gesundheitssektor anwendbar. Doch 80 Prozent der Verbraucher*innen haben noch nie vom Healthcare Metaverse gehört; in der Altersgruppe der über 55-Jährigen sind es sogar 94 Prozent. 44 Prozent aller Befragten äußern zudem große Sorge um die Sicherheit ihrer Gesundheitsdaten.
Sie fürchten sich, dass im Healthcare Metaverse Unbefugte Zugriff auf die eigenen Gesundheitsdaten erhalten. Auch die Sorge von negativen Konsequenzen durch die Bereitstellung der eigenen Gesundheitsdaten – wie beispielsweise die Erhöhung von Krankenkassenbeiträgen oder Diskriminierung durch den Arbeitgeber– gab ein Drittel der Befragten als Bedenken an. 34 Prozent vermuten, dass die Erhebung der Gesundheitsdaten nicht akkurat genug sei und daher den eigenen Gesundheitszustand verfälsche.
Unter dem Vorbehalt, dass die vollkommene Datensicherheit stets gewährleistet ist, würden 67 Prozent ihrem Arzt oder ihrer Ärztin die eigenen Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen. Etwas geringer liegt die Bereitschaft gegenüber Krankenhäusern (50 Prozent). Geht es um die Krankenkasse sinkt diese jedoch stark ab (39 Prozent). Nur 29 Prozent halten es für denkbar, ihre Daten für Studien an medizinische Forschungseinrichtungen zu übermitteln. Jeder Zehnte schließt die Weitergabe seiner Gesundheitsdaten wiederum kategorisch aus.
Schnellere und genauere Diagnosen durch das Healthcare Metaverse?
Bereits heute werden über VR- und AR-Technologien erfolgreich therapiebegleitende Maßnahmen angeboten, zum Beispiel im Bereich von Angststörungen und psychischen Problemen. In einem Healthcare Metaverse sind über die VR- und AR-Technologien viele weitere Anwendungen im medizinischen Bereich denk- und umsetzbar. So könnten beispielsweise viele Angebote aus dem Bereich der Telemedizin ins Metaverse übertragen, auf gemeinsamen digitalen Plattformen relevante Gesundheitsdaten ausgetauscht und für schnellere und genauere Diagnosen und Therapien ausgewertet werden.
Anforderungen der Verbraucher*innen
Für den Bereich Herz-Kreislauf wünscht sich mehr als jede(r) Fünfte neue und bessere Apps und Wearables. 19 Prozent erhoffen sich von der Nutzung die Früherkennung von Krankheiten und 17 Prozent einen gesünderen Lebensstil. Für 11 Prozent ist das Thema Diabetes in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Gerade beim Monitoring chronischer Krankheiten könnte ein Healthcare Metaverse starkes Potenzial aufweisen.
Stefan Savu, Partner Life Sciences and Chemicals bei BearingPoint, betont die Wichtigkeit von Informationskampagnen zum Healthcare Metaverse: „Innovative Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality werden bereits im Gesundheitssektor erfolgreich genutzt. Doch für viele Menschen ist das noch Neuland. Es ist wichtig die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und offene Datenschutzfragen zu klären. Hier ist vor allem die Politik gefordert. Ein wichtiger Schritt könnte in diesem Zusammenhang die Schaffung einer neutralen Institution sein, die die Datensicherheit im Healthcare Metaverse gewährleistet und überwacht."





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