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Augmented Reality & Co.Digitale Tools ziehen in die Medizin-Lehre an der Charité ein

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin wird zukünftig Blended Learning und Augmented Reality eingesetzt. Im Rahmen des mit 2,9 Millionen Euro geförderten Projekts sollen Studierende praktische Fertigkeiten mithilfe digitaler Formate erlernen.

Charité Campus Mitte
Charité

Charité Campus Mitte.

Virtuelle Szenarien, Blended Learning und Augmented Reality: So will die Charité – Universitätsmedizin Berlin ihre Studierenden fit für die Medizin der Zukunft machen. Dieses Vorhaben wird von der „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ jetzt für drei Jahre mit knapp 2,9 Millionen Euro gefördert. Es fügt sich ein in die Strategie „Charité 2030 – Gesundheit neu denken“, nach der die Berliner Universitätsmedizin Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung für das Gesundheitssystem der Zukunft weiterentwickelt.

Die Medizin steht vor einer Transformation: Der demografische Wandel, das enorme Fortschrittstempo der Biomedizin und die Digitalisierung werden das Gesundheitssystem und damit alle Gesundheitsberufe nachhaltig verändern. „In Zukunft werden wir nicht nur neue Berufsbilder brauchen, sondern auch neue Kompetenzen, insbesondere in der Digitalisierung und der Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Professionen“, sagt Prof. Geraldine Rauch, Prodekanin für Studium und Lehre mit lebens- und gesundheitswissenschaftlichem Schwerpunkt der Charité. Die Leiterin des jetzt geförderten Projekts „HEDS“ (Handlungs- und Entscheidungskompetenz Digital Stärken) betont: „HEDS ist ein wichtiger Baustein, mit dem wir unsere Studierenden darauf bestmöglich vorbereiten wollen.“

Digitale Helfer unterstützen bei der Entscheidungsfindung

Ziel des Vorhabens ist es, die Studierenden im Erlernen praktischer Fertigkeiten und in der Entwicklung einer klinischen Entscheidungskompetenz mithilfe digitaler Formate zu unterstützen. Das zentrale Element dabei: das sogenannte Blended Learning, also die Kombination von Online- und Präsenzunterricht. „Dazu werden wir Online-Szenarien entwickeln, anhand derer die Studierenden klinische Fallbeispiele von der Erfassung der Symptome über die Diagnose bis zur Therapieentscheidung durchlaufen. Dabei müssen sie in jedem Schritt angeben, wie sie handeln würden, und erhalten sofort individuelles Feedback“, erklärt Prof. Rauch. „Auf diese virtuellen Übungsfälle folgt dann, wo immer möglich und sinnvoll, der Unterricht vor Ort in der Klinik zu diesem Thema. So werden wir die klinische Entscheidungskompetenz der Studierenden deutlich besser trainieren als das bisher möglich war.“

Das Blended Learning soll auch dazu dienen, vier Studiengänge der Charité – Human- und Zahnmedizin, Hebammenwissenschaft und den Bachelor Pflege – noch besser miteinander zu verknüpfen. Dazu ist geplant, virtuelle Szenarien zum selben Thema aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Professionen zu erstellen – zum Beispiel zum Handeln in Notfallsituationen aus Sicht einer Ärztin, einer Hebamme und einer Pflegekraft. Zusätzlich ist geplant, das Potenzial der Augmented Reality für die Lehre auszuloten. So sollen Studierende in besonders sensiblen Bereichen, wie der Intensiv- oder Neugeborenenstation, mithilfe von Datenbrillen von einem räumlich getrennten Dozierenden am Patientenbett unterrichtet werden.

Die Förderung des Projekts HEDS erfolgt im Rahmen der Förderbekanntmachung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“, der ersten Auslobung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre. Damit sollen öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die besonderen – durch die Covid-19-Pandemie bedingten – Herausforderungen zu meistern, die sich für das Lehren und Lernen jetzt und in Zukunft ergeben.

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