
25 Millionen Euro sind für sie eingeplant, und bis Ende 2026 soll ihre erste funktionsfähige Version an den Start gehen: Bayerns neue Forschungsdatenplattform für Gesundheitsdaten kommt mit hohen Ansprüchen daher. In der „Bavarian Health Cloud“ (BHC) sollen Wissenschaftler künftig deutlich mehr Informationen schneller für medizinische Forschung und Patientenversorgung nutzen können und damit Therapien weiterentwickeln oder neue Behandlungsmethoden erarbeiten, meldet das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.
Wir öffnen das Tor zu etwas Neuem.
Minister Markus Blume verspricht Wissenschaft und Industrie Milliarden an Daten wie Diagnosen, Prozeduren, Medikationen und Laborwerte. Mit der Cloud sollen sie datenschutzkonform strukturiert verfügbar sein, „sicher und anschlussfähig an bereits bestehende Strukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen“, heißt es in der Mitteilung.
„Gesundheitsdaten sind ein unglaublicher Schatz, der ein enormes Potenzial für Innovationen bietet“, betont Blume. Die bayernweite Cloud-Lösung hebe diesen Schatz: „Daten gelangen vom Krankenbett direkt in die Grundlagenforschung oder in die Entwicklung von Medizinprodukten und Arzneimitteln.“
Im Laufe des Jahres solle die neue Plattform ihre Arbeit aufnehmen, ergänzt Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Mit der Initiative sei Bayern in Deutschland Vorreiter: „Wir öffnen das Tor zu etwas Neuem.“ Gearbeitet werde zunächst mit Daten der sechs bayerischen Universitätsklinika, die jährlich rund 2,3 Millionen Patienten behandeln. Später sollen Datenbasis und Anwenderkreis demnach sukzessive erweitert werden – vor allem um die Plankrankenhäuser, so Gerlach, mittelfristig aber auch um Ärzte und Pflegeeinrichtungen.
Um die Sicherheit der Daten zu garantieren, stehe die Forschungsdatenplattform unter staatlicher Kontrolle, so das Staatsministerium weiter. Dafür wurde – in hundertprozentiger Trägerschaft des Freistaats – jetzt offiziell die Gesellschaft Bavarian Health Cloud gegründet. Deren Geschäftsführer ist Ex-McKinsey-Partner Stefan Biesdorf. Laut Ministerium speichert die BHC ausschließlich pseudonymisierte Daten, Patienten haben Informations- und Widerspruchsmöglichkeiten, und es wird ein Antragsverfahren für Forscher etabliert. Markus Blume jedenfalls denkt schon weiter: „Die Cloud hat das Potential, eine Blaupause für die Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken im Rahmen des europäischen Gesundheitsdatenraumes zu werden.“








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