
Eine hausinterne KI-Plattform für das Universitätsklinikum Leipzig (UKL): UKL-GPT soll den klinischen und administrativen Alltag der Mitarbeitenden erleichtern. Die KI-Plattform werde „datenschutzkonform und sicher“ im eigenen Rechenzentrum betrieben, heißt es vom UKL. Erst im März vergangenen Jahres hatte das UKL eine eigene KI-Abteilung eingerichtet.
Als Company-GPT sei es speziell für die Anforderungen eines Universitätsklinikums entwickelt worden und könne auch mit sensiblen Informationen wie Patientendaten oder Unternehmensinterna arbeiten. „Wir wollten die Vorteile moderner generativer KI nutzen, ohne Kompromisse beim Datenschutz einzugehen“, macht Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, deutlich. Viele Krankenhäuser würden zwar KI schon einsetzen, aber nur punktuell. „Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares, internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen – etwas, das es so bisher erst an ganz wenigen Orten gibt“, hebt Jacob die Vorreiterrolle der KI-Lösung hervor.
Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares, internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen – etwas, das es so bisher erst an ganz wenigen Orten gibt.
Herzstück des Systems ist eine intelligente Suchfunktion, die rund 8700 Dokumente aus der Dokumentenmanagement-Software „roXtra“ erschließt – darunter Leitlinien, SOPs und zahlreiche Verwaltungsunterlagen. Mitarbeitende sollen damit deutlich schnelleren Zugang zu relevanten Informationen und verbindlichen Vorgaben erhalten.
Zentrale digitale Schnittstelle
Neben der Dokumentensuche umfasst UKL‑GPT einen KI‑gestützten Textassistenten, der beim Formulieren von E-Mails, Berichten oder Zusammenfassungen unterstützt. Das System kann Inhalte in bis zu 140 Sprachen verarbeiten und soll damit internationale Kolleginnen und Kollegen besser einbinden.

Die Plattform ist dabei nur ein erster Schritt: Das UKL plant, die Lösung zu einer umfassenden Wissens- und Assistenzplattform auszubauen. Weitere klinische und administrative Anwendungsfelder sind bereits in Umsetzung, etwa KI‑gestützte Unterstützung bei der Anamneseerhebung oder bei der automatisierten Antragserstellung. Perspektivisch sollen auch zusätzliche interne Informationsquellen wie SharePoint, Netzlaufwerke und sogar das digitale Patientenarchiv mit über 20 Millionen Dokumenten angebunden werden. UKL‑GPT soll langfristig zur zentralen Schnittstelle zwischen Verwaltung, medizinischen Prozessen und den aktuell zahlreichen heterogenen IT‑Systemen werden.
Entstanden aus einem klinikinternen Datathon
Die Idee, eine eigene KI-Plattform aufzubauen, geht auf einen Datathon im Jahr 2024 zurück, bei dem interdisziplinäre Teams zwei Tage lang Pilotlösungen für datenbezogene Herausforderungen am Klinikum entwickelten. Initiiert wurde das Projekt laut UKL von einem damaligen Assistenzarzt. Realisiert wurde die Plattform anschließend von der Leipziger Firma 4K Analytics, die das System gemeinsam mit dem Klinikum entwickelte.
Nach einer erfolgreichen Pilotphase mit über 100 Nutzerinnen und Nutzern wurde UKL‑GPT nun klinikweit freigegeben. Für Dr. Carina Cundius, Abteilungsleiterin Analytics im Bereich IT am UKL, bedeutet die Einführung einen wichtigen Schritt: „Das System entlastet bei täglichen Aufgaben und schafft so Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe: die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, so Cundius.






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