
Forscher der Universität Leipzig, der Charité und weitere Partner wie Vodafone haben nach drei Jahren ein Projekt zu einer vernetzten Gesundheitsversorgung abgeschlossen. Darin wurde erforscht, wie der kommende Mobilfunkstandard 6G in der Medizin Abläufe beschleunigen und Patienten helfen kann, wie die Beteiligten mitteilten. Das Vorhaben „6G Health“ wurde vom Bundesforschungsministerium mit knapp 13 Millionen Euro gefördert.
Echtzeitdaten, AR-Navigation und vernetzte Medizintechnik
Erkundet wurde unter anderem, wie Patientendaten in Echtzeit übertragen werden können, oder wie Augmented Reality (AR) Menschen helfen kann, sich eigenständig in Krankenhäusern zurechtzufinden. Ein weiterer Punkt war die Vernetzung medizinischer Geräte untereinander.
Laut der Uni Leipzig wurde dies in einer durchgängigen Live-Demonstration gezeigt, die einem fiktiven Patientenpfad folgte – vom Klinik-Eintritt über Operation bis zur Nachsorge zu Hause. Dabei wurde unter anderem eine AR-basierte Navigation präsentiert, die Patientinnen und Patienten mittels Pfeilen im Kamerabild barrierearm durch die Klinik führt.
Im demonstrierten Operationssaal kam zudem sogenanntes Teleneuromonitoring zum Einsatz, bei dem externe Expertinnen und Experten eine Operation in Echtzeit aus der Ferne begleiten können. Eine KI-basierte Echtzeit-Transkription dokumentierte automatisch den Eingriff und erkannte medizinische Schlüsselbegriffe sowie kritische Situationen.
Auch sensorbasierte Lösungen zur Entlastung des Personals wurden vorgestellt, darunter ein Radar-Bett, das Atmung und Herzfrequenz kontaktlos misst und so Abläufe auf Intensivstationen sicherer machen soll.
Für die Nachsorge wurden Anwendungen getestet, die Vitaldaten automatisch aus dem häuslichen Umfeld an Kliniken übertragen. Ein Beispiel ist ein Herzunterstützungssystem für Kinder, dessen Gerätedaten per Smartphone sicher in eine Cloud übertragen und dort ausgewertet werden können.

Nächste Schritte Richtung Einführung von 6G
Das Projekt habe gezeigt, dass 5G, 6G und digitale Technologien das Gesundheitswesen stärken können, erklärte Ralf Irmer, Leiter des Vodafone Tech Innovation Center Dresden. Personal könne entlastet und die Patientensicherheit erhöht werden. Das sei auch eine Hilfe angesichts des Fachkräftemangels.
Der neue 6G-Standard solle ab 2030 eingeführt werden. Jetzt gehe es darum, die in dem Projekt entwickelten Konzepte und Prototypen in Produkte zu verwandeln, die in der Praxis eingesetzt werden könnten, erklärte der stellvertretende Projektleiter Clemens Möllenhoff.
Laut Uni Leipzig sollen die im Projekt identifizierten Anforderungen der medizinischen Anwenderinnen und Anwender aktiv in die Standardisierung von 6G einfließen, um sicherzustellen, dass der neue Mobilfunkstandard den klinischen Alltag ab seiner Einführung spürbar erleichtert.





Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen