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Digitaler FortschrittsHubVerbundprojekt zur Verbesserung ländlicher Versorgung

Mit Digitalisierung will das Verbundprojekt „Lean medical data: the right data at the right time“ (LeMeDaRT) der Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum stärken und sektoren-übergreifend gestalten.

Patientendaten
Wladimir1804/stock.adobe.com

Symbolfoto

Im Spätsommer 2021 startet das von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg koordinierte Projekt LeMeDaRT. Das Verbundprojekt hat zum Ziel, mit Hilfe der Digitalisierung die Gesundheitsversorgung von Menschen des ländlichen Raums zu verbessern und eine patienten-zentrierte, sektoren-übergreifende medizinische Versorgung von morgen mitzugestalten. Neben der ärztlichen Behandlung zählen dazu auch Gesundheitsförderung und Prävention, wie auch Nachsorge und Rehabilitation.

LeMeDaRT steht für „Lean medical data: the right data at the right time“ – eine der großen Herausforderungen der Digitalisierung in der Medizin. Im Rahmen des Projektes soll ein enges Netzwerk zwischen niedergelassenen Ärzten, Medizinischen Versorgungszentren und Universitätsklinika sowie nicht-ärztlichen Professionen der Gesundheitsversorgung aufgebaut werden.

Zentral für medizinische Vernetzung ist Smartphone

Die digitalen Unterstützungsmaßnahmen werden gemeinsam mit dem Verbundpartner, der Koordinierungs-stelle Telemedizin Baden-Württemberg (KTBW), auf den Weg gebracht. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Smartphone. „Ein Smartphone hat heute fast jeder – wir möchten dies nutzen, um Gesundheitsförderung, Prävention, Behandlung oder Nachsorge benutzer-freundlich miteinander zu verschmelzen“, erklärt Professor Dr. Thomas Ganslandt, der den Verbund koordiniert. Profitieren werden von dem Projekt zunächst einmal die Bewohner einer Modellregion im Nordschwarzwald: von Altensteig über Ebhausen bis Wildberg. Ansätze, die sich dort als erfolgreich erweisen, sollen später auf andere Regionen übertragen werden.

LeMeDaRT ist einer von sechs „Digitalen Fortschritts-Hubs Gesundheit“, für die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2025 insgesamt rund 50 Millionen Euro bereitstellt. Die FortschrittsHubs sind ein Modul des Förderkonzepts Medizininformatik, in der das BMBF die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung unter anderem mit der Medizininformatik-Initiative (MII) unterstützt. Ziel der MII ist es, Forschung und Patientenversorgung durch eine standort-übergreifende Verknüpfung von Forschungs- und Versorgungsdaten zu verbessern.

Austausch von Daten stärkt Gesundheitsversorgung

Zentrales Ziel der Digitalen FortschrittsHubs ist es, die Medizininformatik-Initiative in der Fläche in die medizinische Praxis umzusetzen, und damit auch dort die Verfügbarkeit von Daten und die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren der Gesundheitsversorgung zu verbessern. „Alle Akteure des Gesundheitswesens, neben Ärzten beispielsweise auch medizinische Fachkräfte – ob in der Gesundheitspraxis oder beim Hausbesuch – sollten zur richtigen Zeit und auf kurzem Wege auf die richtigen Daten zugreifen können“, erläutert Professor Dr. Joachim Fischer, der am Projekt LeMeDaRT maßgeblich beteiligt ist.

Gleichzeitig sollen über die FortschrittsHubs auch Patientendaten, die an nicht-universitären medizinischen Einrichtungen entstehen, für die Gesundheitsforschung nutzbar gemacht werden. Gemeinsam mit den innerhalb der Datenintegrationszentren gewonnenen Daten sollen sie der Gesundheitsforschung helfen, Versorgungsmodelle zu optimieren und beispielsweise neue Therapien zu entwickeln.

Drei konkrete Anwendungsfälle in Gesundheitsforschung

Die Verbundpartner von LeMeDaRT werden zunächst drei konkrete Anwendungsfälle untersuchen und dabei die Instrumente der Medizininformatik-Initiative nutzen: Bei der „Vorbereitung und postoperativen Begleitung von Krebspatienten“ geht es um eine engere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung, bei der „Infektionsüberwachung“ darum, auf der Basis einer Risikoabschätzung eine Entscheidungshilfe im Pandemiefall zu entwickeln, und bei der „Prävention und frühen Intervention bei Lebererkrankungen“ sollen Präventionsprozesse durch gezielte, digital gestützte Vernetzung von Gesundheitsteams, Hausärzten und Fachärzten – bis in die universitären Spitzenzentren – optimiert werden.

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