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SüdhessenStartschuss für die Darmstädter Klinik-Holding

Darmstadt und Agaplesion haben nach langen Gesprächen eine gemeinsame Gesundheits-Holding gegründet. Die Fusion eines kommunalen Klinikums und einem diakonischen Haus ist bisher bundesweit einzigartig.

Die vier Geschäftsführer der neuen Darmstädter Holding.
Klinikum Darmstadt
Die Geschäftsführer der neuen Holding (v.l.): Dr. Jörg Noetzel, medizinischer Geschäftsführer Klinikum Darmstadt, Michael Nowotny, Geschäftsführer Agaplesion Elisabethenstift, Sven Axt, kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum und Michele Tarquinio, pflegerischer Geschäftsführer Klinikum.

Nun ist es offiziell: Die Stadt Darmstadt und der Konzern Agaplesion haben am Mittwoch, 14. Januar, die Verträge zur Gründung einer gemeinsamen Gesundheits-Holding unterzeichnet. Die neue Holding, an der Stadt und Agaplesion zu gleichen Teilen beteiligt sind, soll die Fusion des kommunalen Klinikums Darmstadt und des diakonischen Agaplesion Elisabethenstifts vorbereiten und steuern. Beide Häuser werden zunächst jeweils zu 60 Prozent in die Holding eingebracht.

Oberbürgermeister Hanno Benz, Agaplesion‑Vorstandschef Dr. Markus Horneber und Klinikdezernent André Schellenberg betonen die Bedeutung des Zusammenschlusses: „Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die moderne Gesundheitsversorgung in Darmstadt und in der gesamten Region Südhessen.“

Ein bundesweit einmaliger Zusammenschluss

Die politischen Gremien hatten bereits zuvor grünes Licht gegeben. Der Zusammenschluss eines großen öffentlichen Klinikums mit einem diakonischen Träger in dieser Größenordnung sei bisher einzigartig in Deutschland.

OB Benz unterstreicht die strategische Zielsetzung: Die Stadt verfolge das Ziel, die medizinische Versorgung zu sichern und gleichzeitig das Klinikum wirtschaftlich zu stabilisieren. Der Weg dorthin sei anspruchsvoll gewesen, aber die Gründung der Holding zeige, „dass wir auf dem richtigen Kurs sind“.

Schellenberg hebt die kommunikative Kultur im Projekt hervor: Offene Gespräche – auch mit der Arbeitnehmerseite – hätten Vertrauen aufgebaut und das Vorhaben möglich gemacht.

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Nachhaltig zukunftsfähig

Was vor über zwei Jahren mit Gesprächen zu medizinischen Leistungen begonnen habe, hat nun zur Gründung der Gesundheits-Holding geführt, so Horneber: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Trägern dieser Größenordnung hat Vorbildcharakter.“

Geschäftsführer-Sprecher Sven Axt betont, dass die Fusion auch den Versorgungsauftrag aus dem Hessischen Krankenhausplan stärke: „Der Zusammenschluss macht uns nachhaltig zukunftsfähig und versetzt uns in die Lage, unserer Verantwortung für mehr als zwei Millionen Menschen noch konsequenter gerecht zu werden.“

Baubeginn ab 2027

Mit der Gründung der Holding beginnt nun die operative Phase. Ein gemeinsames Medizinkonzept soll schrittweise umgesetzt werden; 2027 ist der Start erster baulicher Maßnahmen geplant.

Für Patienten und einweisende Ärzte ändert sich im Jahr 2026 noch nichts. Auch für die Mitarbeitenden beider Häuser stehen Gesprächsformate im Fokus, um das gegenseitige Kennenlernen und die fachliche Zusammenführung vorzubereiten.

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