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Diakonisches WerkPersonalmangel treibt Oldenburger Klinik in die Insolvenz

In Niedersachsen ist nach dem Aus der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik ein weiteres Haus für Suchtkranke in Schieflage: Die Fachklinik Oldenburger Land mit zwei Standorten hat ein Insolvenzverfahren gestartet.

Fachklinik Oldenburger Land, Standort Neerstedt
Sabine Müller/Diakonisches Werk Oldenburg
Die Fachklinik Oldenburger Land hat an ihrem Standort Neerstedt 48 Behandlungsplätze.

Weil eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive fehle, hat das Diakonische Werk Oldenburg für seine Fachklinik Oldenburger Land einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen betreibt mit 99 Beschäftigten zwei Standorte im niedersächsischen Neerstedt (48 Behandlungsplätze) und in Oldenburg (100 Behandlungsplätze). Beide werden während des Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt, teilt das Diakonischer Werk mit. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Berend Böhme.

Auslöser für den Insolvenzantrag sei die vor allem durch anhaltenden Fachkräftemangel begründete wirtschaftliche Schieflage des Standorts Neerstedt, heißt es in der Mitteilung. Wegen personeller Engpässe habe man die von den Kostenträgern vorgegebenen Personalschlüssel zeitweise nicht einhalten können und deshalb die Belegung reduzieren müssen. Daraus resultierende Einnahmeausfälle hätten zu „erheblichen wirtschaftlichen Belastungen“ geführt.

Monatliches Defizit von 160.000 Euro

Zeitweise sei in Neerstedt ein monatliches Defizit von rund 160.000 Euro entstanden, das das Diakonische Werk ausgeglichen habe. Da sich aber auch für die kommenden Monate keine tragfähige wirtschaftliche Perspektive abgezeichnet habe, sei der Insolvenzantrag notwendig gewesen.

Die Entscheidung sei „außerordentlich schwergefallen“, erklärt Mario Behrends, der Vorstand des Diakonischen Werks. Ziel sei es, „beide Standorte zu erhalten und ihnen tragfähige Zukunftsaussichten zu eröffnen“. Nach erfolgreicher Sanierung sollen sie wieder in die Eigenverantwortung des Diakonischen Werks übergehen.

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Behrends unterstrich die Bedeutung des Standorts Neerstedt. Die Fachklinik verfüge über ein bundesweit seltenes Behandlungskonzept für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und kognitiven beziehungsweise intellektuellen Beeinträchtigungen. Mit ihrem Angebot schließe sie eine Versorgungslücke und leiste einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation dieser besonders vulnerablen Patientengruppe.

Die Verantwortlichen wollen nun unter anderem Gespräche mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen führen und mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, den Krankenkassen und weiteren Kostenträgern die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Sanierung prüfen. Parallel dazu werde die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte weiter vorangetrieben, heißt es, „um insbesondere den Standort Neerstedt personell zu stärken“.

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