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SchließungWertachkliniken Bobingen geben Geburtshilfe auf

Nach monatelangem Kampf ist klar, die Geburtshilfe der Wertachkliniken in Bobingen muss zum 30. September 2022 schließen. Das verkündete Klinikvorstand Martin Gösele, der u.a. auf den Personalmangel im belegärztlichen Bereich verwies.

Symbolfoto
Mario Hoesel/stock.adobe.com

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Das Ende der Geburtshilfe an den Wertachkliniken in Bobingen ist beschlossene Sache. Trotz enormer Anstrengungen habe man gegen den personellen Mangel und die allgemein erschwerten Bedingungen für die belegärztliche Tätigkeit an kleinen Krankenhäusern keine Handhabe.

Bereits ab Oktober werde es den Hebammen nicht mehr möglich sein, alle Dienste abzudecken und auch die notwendigen (Kinder-) Krankenschwestern stünden in den letzten Wochen des Jahres nicht mehr in ausreichender Anzahl für eine kompetente und professionelle Versorgung auf Station zur Verfügung. Daher sei eine Beendigung zum vierten Quartal hin leider alternativlos, so Klinikvorstand Gösele. Zuvor hatten zwei der drei aktuellen Belegärzte ihre Aufgabe in der Geburtshilfe zum Ende dieses Jahres niedergelegt.

Personalmangel in Belegabteilung

Die Einrichtungen in der Region hätten nicht die personellen Kapazitäten, um bei der Aufrechterhaltung der Geburtshilfe dauerhaft auszuhelfen. Es fehlt an Ärztinnen und Ärzten sowie den Hebammen, im Bereich Pflege und bei den Kinderkrankenschwestern bzw. -pflegern. Auch keiner der niedergelassenen Interessenten wollte am Ende die in einer kleinen Belegabteilung erforderlichen umfangreichen geburtshilflichen Dienste in Bobingen übernehmen. Als Grund dafür sei in vielen Fällen die Kostenintensität der notwendigen Berufshaftpflichtversicherung und die hohe Dienstbelastung genannt worden.

Die umliegenden Einrichtungen sind nach eigener Aussage jedoch in der Lage, die anstehenden Geburten, die bislang von den Wertachkliniken aufgefangen worden waren, zu übernehmen. So seien die drei Ärzte, welche die Geburtshilfe noch bis Oktober betreuen weiterhin in der Gynäkologie der Wertachkliniken beschäftigt. Auch wolle man die verbleibenden Kinderkrankenpflegekräfte sowie die Gesundheits- und Krankenpflegekräfte der Geburtsstation für andere Bereiche der Wertachkliniken gewinnen. Eine gemeinsame Hoffnung und das gemeinsame Ziel sei es nun, dass es im Rahmen des vorgestellten Zukunftskonzepts auch eine Zukunft für die Geburtshilfe geben werde. Insgesamt sei die Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt aktuell mehr als besorgniserregend, so Gösele.

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