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BerlinNächster Schritt im Insolvenzverfahren des Jüdischen Krankenhauses

Mit der Eröffnung des regulären Eigenverwaltungsverfahrens rückt die Sanierung des Jüdischen Krankenhauses weiter voran. Der Klinikalltag bleibt stabil, Gehälter sind gesichert – während das Haus parallel an einer langfristigen Lösung arbeitet.

Jüdisches Krankenhaus Berlin
Jüdisches Krankenhaus Berlin
Das Jüdische Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das Jüdische Krankenhaus Berlin (JKB) ist in die nächste Phase seiner Sanierung gestartet. Wie am 4. März mitgeteilt wurde, hat das Amtsgericht Charlottenburg das reguläre Eigenverwaltungsverfahren eröffnet. Der Schritt folgt turnusgemäß auf das dreimonatige vorläufige Verfahren, mit dem die Restrukturierung im Dezember 2025 begonnen hatte.

Für Patientinnen und Patienten sowie für das Klinikpersonal ändert sich durch den neuen Abschnitt nichts: Der Krankenhausbetrieb läuft vollständig weiter, alle Fachbereiche bieten ihre Leistungen unverändert an. Auch die Löhne und Gehälter der rund 820 Mitarbeitenden bleiben gesichert, heißt es in der Mitteilung.

JKB-Vorstandschefin Brit Ismer bezeichnete die Verfahrenseröffnung als „wichtigen Meilenstein“ auf dem Weg durch das Insolvenzverfahren. Nun gehe es darum, zeitnah eine tragfähige Fortführungslösung zu finden. Ihre Stellvertreterin Jessica Maaß betonte, dass das Haus in den vergangenen Wochen bereits eine „gute Entwicklung“ verzeichnet habe – unter anderem durch den Ausbau wichtiger Leistungsschwerpunkte.

Restrukturierungsexperten begleiten den Prozess

Unterstützt wird das Krankenhaus weiterhin durch ein Team der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte. Als gerichtlich bestellter Sachwalter bleibt Friedemann Schade (Boege Rohde Luebbehuesen) weiterhin zuständig.

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Die Marktlage sei anspruchsvoll, aber die Gespräche mit potenziellen Investoren und politischen Akteuren verliefen konstruktiv, erklärte Steuerberaterin Dorit Aurich (Eckert RA). Rechtsanwalt Lars Knipper hob hervor, dass alle Beteiligten viel Einsatz und Veränderungsbereitschaft zeigen, wodurch in kurzer Zeit bereits der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden konnte.

Hintergrund: Finanzdruck und Neubauprobleme

Die Sanierung war im Dezember 2025 nötig geworden. Gründe waren die angespannte Finanzlage des Hauses, ausgelöst durch die Krankenhausreform, Sparmaßnahmen vom Bund und gestiegene Kosten – bei gleichzeitig unzureichender Refinanzierung von Leistungen. Zusätzlich belasteten ausstehende Investitionen und ein Wasserschaden im Neubau das Budget.

Ein erster Teilabschnitt des Neubaus soll nun im zweiten Quartal 2026 bezogen werden.

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