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Geschäftsjahr 2019Jahresergebnis der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus erneut verbessert

Die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus setzen ihren Weg aus den roten Zahlen fort. Der Klinikverbund schloss das Geschäftsjahr 2019 mit einem Minus von rund 1,6 Millionen Euro ab. Im Vorjahr belief sich das Defizit auf 3,5 Millionen Euro.

Klinikum Frankfurt Höchst
Klinikum Frankfurt Höchst

Klinikum Frankfurt Höchst mit Geschäftssitz der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus.

Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschaftervertreter zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung der letzten Jahre und werten sie als deutliches Zeichen für den Erfolg des 2016 gegründeten Verbundes, der den größten kommunalen Klinikverbund in der Rhein-Main-Region bildet. Ziel ist jedoch weiterhin, wie bei Gründung im Konsortialvertrag festgehalten, ein positives Jahresergebnis zu erreichen.

An den drei Krankenhäusern des Verbundes in Frankfurt-Höchst, Bad Soden und Hofheim wurden insgesamt 60 000 Patienten stationär und 122 000 Patienten ambulant versorgt. Der Gesamtumsatz lag mit 330 Millionen Euro um 15 Millionen Euro über dem des Vorjahres. „Noch haben wir den Sprung in die schwarzen Zahlen zwar nicht geschafft. Doch die Tatsache, dass wir unser Defizit erneut verringern konnten, zeigt, dass wir mehr und mehr Synergieeffekte schaffen und dadurch Kosten reduzieren. Als einzelnes Krankenhaus wäre dies so nicht möglich“, erläutert Martin Menger, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Kosteneffizienz durch standortübergreifende Bereichsleiterebene

Beispielhaft hierfür sieht Verbund-Geschäftsführer Stefan Schad den Bereich der Medizintechnik: „Die Medizintechnik zählt mit zu den kostenintensivsten Bereichen im Krankenhaus. Umso wichtiger war es, dass wir hier im vergangenen Jahr eine verbundeinheitliche Struktur aufgebaut haben und so eine bessere Situation im Einkauf schaffen konnten. Dadurch haben wir die Kosten stark reduziert.“ Zudem habe man deutlich seltener als in den Vorjahren auf externe Berater zurückgreifen müssen, seitdem die standortübergreifend agierende Bereichsleiterebene 2019 auch in den Bereichen IT, Prozessmanagement, Medizintechnik und Unternehmenskommunikation mit Branchen-Experten besetzt werden konnte. Durch die Kostenreduktion konnten beispielsweise Tarifsteigerungen im Personalbereich kompensiert werden.

Ergebnisse der Teilkonzerne im Einzelnen

Auf die Teilkonzerne bezogen verzeichnen die Kliniken des Main-Taunus-Kreises 2019 ein leichtes Plus von rund 100 000 Euro gegenüber einem Minus von 1,7 Millionen im Vorjahr. Insgesamt ist es den Kliniken des Main-Taunus-Kreises gelungen, die Umsatzerlöse um fünf Prozent auf insgesamt 117 Millionen Euro im Jahr 2019 zu steigern. Zeitgleich stiegen die Personal- und Materialkosten um lediglich drei Prozent.  Über alle medizinischen Fachbereiche hinweg wurden im Jahr 2019 an den Kliniken des Main-Taunus-Kreises 23 000 stationäre und 42 000 ambulante Patienten behandelt.

Das Jahresergebnis des Klinikums Frankfurt Höchst bewegt sich mit einem Minus von rund 1,7 Millionen Euro ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass das Klinikum zum ersten Mal die Kosten der Renten-Zusatzversicherung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (ZVK) selbst tragen musste. Zuvor hatte die Stadt Frankfurt am Main diese übernommen. Der Umsatz des Klinikums lag im zurückliegenden Wirtschaftsjahr bei 213 Millionen Euro und damit zum zweiten Mal in Folge über der 200 Millionen Euro-Grenze. Die Umsatzsteigerung resultiert laut Geschäftsführung vor allem aus Mehrerlösen aus dem Budgetbereich sowie einer Steigerung der ambulanten Erlöse. Die Gesamtzahl der Patienten belief sich auf rund 37 000 stationäre und 80 000 ambulante Fälle.

Optimierung der Krankenhausreinigung und Speisenversorgung

Abzuwarten bleibt laut Menger, wie sich diese Pandemie auf das laufende Geschäftsjahr auswirken wird. Positiv stimmt den Vorsitzenden der Geschäftsführung, dass der Verbund im laufenden Jahr bereits weitere Synergieprojekte umgesetzt hat. Zu Jahresbeginn hatte die verbundzugehörige Service Gesellschaft der Kliniken des Main-Taunus-Kreises die Reinigung der Gebäude des Klinikums Frankfurt Höchst von einem externen Dienstleister übernommen. Zeitgleich wechselten 200 Mitarbeiter des Dienstleisters in die Service Gesellschaft. Somit werden nun alle Verbundunternehmen aus einer Hand gereinigt, und die Reinigungsstandards vereinheitlicht.

So soll ein bereits im November 2019 an den Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim neu eingeführtes Reinigungsmodell perspektivisch auch am Standort Frankfurt-Höchst angewandt werden. Das so genannte Dernbacher Reinigungsmodell wurde eigens entwickelt, um die Vorgaben der in diesem Jahr in Kraft tretenden DIN-Norm für Krankenhausreinigung zu erfüllen. Auch in der Speisenversorgung sind die Krankenhäuser weiter zusammengewachsen. Die verbundeigene Küche in Kelkheim, die bereits seit vielen Jahren die Patienten und Mitarbeiter der Kliniken des Main-Taunus-Kreises versorgt, beliefert seit März nun auch das Klinikum Frankfurt Höchst.

Dreizehnter verlässt Verbund im August

Noch ungeklärt ist dagegen die Frage, wie es in der Geschäftsführung des Klinikums Frankfurt Höchst weitergeht. Nachdem Geschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter im Frühjahr mitteilte, dass sie sich in Bremen einer neuen Herausforderung stellen möchte, beraten die Gremien aktuell über die Nachfolgeregelung. Fest steht jedoch mittlerweile, dass Dr. Dreizehnter den Verbund im August verlassen wird. Bis über die Nachfolgeregelung in der Geschäftsführung entschieden ist, wird der Vorsitzende der Geschäftsführung Martin Menger als alleinige Spitze das Klinikum Frankfurt-Höchst leiten. Er wird auch die Geschäftsführungsposition von Dr. Dreizehnter in der Zentralen Errichtungsgesellschaft (ZEG) übernehmen. Die ZEG betreut den Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst.

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