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Von vier auf zweiKKLE plant Klinik-Großumbau für 300 Millionen Euro

KKLE und ctt konzentrieren die stationäre Versorgung im Kreis Kleve auf zwei Standorte. Das Investitionsvolumen beträgt rund 300 Millionen Euro. Die Hospitäler in Goch und Kevelaer sollen zu Gesundheitscampussen weiterentwickelt werden.

KKLE
KFP Architekten, Essen/KKLE
So soll einmal der Klinikstandort Kleve im Jahr 2032 aussehen.

Unter dem Projektnamen „Karl32" soll eines der größten Fördervorhaben der nordrhein-westfälischen Krankenhausplanung umgesetzt werden – mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Euro. Das teilte die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE) mit.

Die stationäre Versorgung im Kreis Kleve soll ab 2031/2032 an den beiden Standorten Kleve und Geldern konzentriert werden. Der Standort Kleve soll laut KKLE zu einem leistungsstarken Schwerpunktversorger ausgebaut werden und dabei das stationäre Angebot des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch übernehmen. 

Das St. Clemens-Hospital in Geldern – derzeit von der Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt) betrieben – soll mittelfristig in die Trägerschaft der KKLE übergehen und ebenfalls zum Schwerpunktversorger weiterentwickelt werden. Dorthin wird das stationäre Angebot des Marienhospitals Kevelaer verlagert.

Höchste Stufe der Notfallversorgung

Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Notfallmedizin: Beide Zentren sollen künftig die höchste Stufe der Notfallversorgung (Stufe 3 – „Umfassende Notfallversorgung") vorhalten. „Bereits mit der erfolgreichen Integration der Neurologie der Föhrenbachklinik haben wir neue Maßstäbe im Bereich der Notfallmedizin gesetzt“, erklärte KKLE-Geschäftsführer Sadık Taştan. Im nächsten Schritt wolle man alle Maßgaben für die höchste Versorgungsstufe erfüllen.

Standort Geldern
KFP Architekten, Essen/KKLE
Das St. Clemens-Hospital in Geldern soll künftig ebenfalls zur KKLE gehören und bis ins Jahr 2032 vergrößert werden.

60 Millionen Euro Eigenmittel

Von den rund 300 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen entfallen etwa 60 Millionen Euro auf den Eigenmittelanteil der KKLE. KKLE-Geschäftsführerin Dr. Sabine Kisselbach bezeichnete den Eigenanteil als „großen Kraftakt“, betonte aber zugleich, die KKLE stehe wirtschaftlich auf einem „sehr soliden Fundament". Das Projekt sei eine einmalige Chance, die Krankenhausversorgung am unteren Niederrhein langfristig zu stärken. Den endgültigen Förderbescheid erwartet die Trägergesellschaft nach eigenen Angaben um den Jahreswechsel.

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Trägerwechsel in Geldern läuft

Parallel arbeiten KKLE und ctt am geplanten Trägerwechsel des St. Clemens-Hospitals, der Gelderland-Klinik und des MVZ Gelderland. ctt-Geschäftsführerin Ulrike Schnell beschrieb die Gespräche als „konstruktiv, partnerschaftlich und zielgerichtet“. Derzeit würden Detailfragen sowie Varianten für den zeitlichen Ablauf des Übergangs geprüft. 

Das Wilhelm-Anton-Hospital in Goch und das Marienhospital Kevelaer sollen mindestens bis zum Abschluss der Ausbauarbeiten – voraussichtlich 2032 – weiterbetrieben werden. Anschließend sei die Weiterentwicklung beider Häuser zu Gesundheitscampussen mit Schwerpunkt auf ambulanten und ergänzenden Gesundheitsleistungen vorgesehen. Die konkreten Planungen sollen ab 2028/2029 unter Einbeziehung von Politik, Krankenkassen und Öffentlichkeit erfolgen.

Betriebsbedingte Kündigungen seien laut Unternehmen nicht geplant – im Gegenteil: Die KKLE rechnet mit steigendem Personalbedarf. „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird gebraucht“, betonte Taştan. Allen Beschäftigten würden auch künftig mindestens gleichwertige Arbeitsplatzangebote gemacht.

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