
Der weitere Zeitplan für die beiden geplanten Krankenhausneubauten der Mühlenkreiskliniken (MKK) ist aufgestellt: Am 29. Juni soll die Beschlussvorlage im Kreistag eingebracht werden, bevor das Gremium am 14. September final über die Neubauten im Lübbecker Land und in Bad Oeynhausen entscheidet. Dafür hat der Krankenhauskonzern einen Bürger-Dialogprozess gestartet.
„Ziel ist es, die Weichen für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im gesamten Kreisgebiet transparent, nachvollziehbar und unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit zu stellen“, teilen die MKK mit. Diese richtungsweisende Entscheidung soll gemeinsam mit den Menschen im Mühlenkreis vorbereitet werden. Der Planungsprozess des Zukunftsprojekts ist bereits 2021 gestartet, alle Gutachten waren laut Unternehmen in der Zeit öffentlich präsentiert worden und in den Langfassungen online einsehbar. „Es geht um die medizinische Versorgung der Zukunft – und die betrifft uns alle“, betont Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der MKK Ali Doğan.
Bestehende Gebäude nicht mehr zukunftsfähig
Mit den Neubauten stellen die MKK die Weichen für „eine hochwertige, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Versorgung“, unterstreicht Dr. Olaf Bornemeier, MKK-Vorstandsvorsitzender. „Die Gebäude des Krankenhauses Bad Oeynhausen und des Krankenhauses Lübbecke sind nicht zukunftsfähig – weder baulich noch medizinstrategisch. Das sagen unsere Fachleute und das ist in mehreren Gutachten bestätigt worden“, so Bornemeier.
In öffentlichen Infoveranstaltungen sollen die Planungen vorgestellt und Bürgerfragen direkt beantwortet werden. Parallel dazu werden in den politischen Gremien die Projekte präsentiert und diskutiert. Des Weiteren sind interne Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende der MKK sowie der Kreisverwaltung vorgesehen.

Der Bürgermeister der Stadt Bad Oeynhausen Lars Bökenkröger macht es deutlich: „In der Gesamtschau halte ich dieses Projekt, so wie es jetzt ist, für das Beste, was wir für die medizinische Versorgung unsere Bürgerinnen und Bürger herausholen können. Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, ist der Zug vermutlich abgefahren.“ Auch wenn die Bürgerinnen und Bürger in Bad Oeyenhausen „schmerzhafte Einschnitte“ hinnehmen mussten, wie dem Wechsel von einem Neubau zu einem Anbau an der Auguste-Viktoria-Klinik. Und dem Verlust der Geburtshilfe.
Wer davon träumt, dass wir im Kreis einfach weiter fünf Krankenhäuser betreiben werden können, irrt gewaltig.
Dr. Henning Vieker, Bürgermeister der Stadt Espelkamp, findet ebenfalls klare Worte: „Wer davon träumt, dass wir im Kreis einfach weiter fünf Krankenhäuser betreiben werden können, irrt gewaltig.“ Er warnt: „Wenn wir das mit der wohnortnahen Versorgung ernst meinen, dann führt an einem zukunftsfähigen Neubau in Espelkamp kein Weg vorbei. Andernfalls sind wir im Lübbecker Land tatsächlich von der stationären Versorgung abgeschnitten.“
Massive Förderspritze
Mit vielen Akteuren seien die Baupläne ausgiebig diskutiert worden: Die Förderung des Gesundheitsministeriums mit 178 Millionen Eurosei, soweit Bornemeier wisse, „die größte Fördermittelzusage in der Geschichte der Krankenhausplanung für ein Einzelprojekt“. Auch die Krankenkassen stünden hinter dem Projekt.
Einen Bürgerentscheid lehnen der Landrat und die beiden beteiligten Bürgermeister jedoch ab. Man habe seit Prozessbeginn einen Planungsstopp eingelegt, um alle Pläne nochmals durchzugehen und zu prüfen. Es habe zwei Anläufe für Bürgerbefragungen gegeben, beide seien nicht erfolgreich gewesen. „Ein Bürgerentscheid zum jetzigen Zeitpunkt würde den Zeitplan, die Förderung des Landes und damit das gesamte Projekt gefährden“, appelliert Doğan. „Mit Blick auf die Herausforderungen, die wir täglich in den Nachrichten hören, bin ich der festen Überzeugung, dass wir keine weitere Chance bekommen werden.“










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