
Die Situation im saarländischen Neunkirchen ist ein Musterbeispiel für die Lage in vielen deutschen Landkreisen. Das Marienhaus Klinikum und das Diakonie Klinikum liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Realistisch gesehen ist das auf Dauer nicht tragfähig, weder personell noch wirtschaftlich – und genau deshalb haben sich die Träger und das Gesundheitsministerium jetzt auf die künftige Ausrichtung der Häuser geeinigt.
„Nach eingehender Prüfung aller Optionen“, so heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums und der Marienhaus-Gruppe, werde deren Klinikum in Neunkirchen zu einer Fachklinik für die Bereiche Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin umstrukturiert. Das Haus wird zukünftig eine Notfallambulanz für die Kinder- und Jugendmedizin sowie die Gynäkologie anbieten. Die ursprünglichen Pläne, die Geburtshilfe an den Standort in St. Wendel zu verlagern, werden nicht weiterverfolgt.
Damit werden im Raum Neunkirchen vorhandene Doppelstrukturen abgebaut.
Ergänzt wird die Fachklinik durch die Kinder-Intensivstation, das Sozialpädiatrische Zentrum für Kinder und Jugendliche (SPZ), ein neues MVZ für Kinder- und Jugendmedizin sowie neuen Kinder- und Jugendbetreuungsangebote der Marienhaus Kinder- und Jugendhilfe. Die Schaffung eines zusätzlichen Versorgungsangebotes für Kinder und Jugendliche im psychischen und psychosomatischen Bereich werde aktuell geprüft.
Zukunftsperspektive für Diakonie Klinikum
Notfallversorgung, Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie werden dafür am Diakonie Klinikum Neunkirchen konzentriert, das zur Stiftung Kreuznacher Diakonie gehört. So werde es gestärkt und habe eine klare Zukunftsperspektive, heißt es in der Mitteilung weiter.
Zugleich werde die Marienhaus-Gruppe ihren Standort in St. Wendel mit den dort vorhandenen Fachgruppen, inklusive der konservativen Orthopädie, stärken.
Greifen sollen die strukturellen Veränderungen frühestens zum 1. Januar 2027, erklären die Verantwortlichen. Für Beschäftigte, die von der Umstrukturierung des Marienhaus Klinikums betroffen sind, werde „eine verantwortungsvolle Lösung möglichst innerhalb der Unternehmensgruppe gefunden“.
Auch wir waren gefordert, Veränderungen und damit Kompromisse anzunehmen.
Deren Chef Sebastian Spottke sieht die Wandlung des Hauses mittlerweile positiv: „So wird uns die Möglichkeit gegeben, als Schwerpunktversorger für Frauen, Mütter, Kinder und Jugendliche langfristig die Versorgung zu sichern und sehr viele Arbeitsplätze dauerhaft erhalten zu können“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Marienhaus-Gruppe: „In der schwierigen Transformation des Gesundheitswesens im Saarland waren auch wir gefordert, Veränderungen und damit Kompromisse anzunehmen.“
Für Gesundheitsminister Magnus Jung ist durch die Lösung „nach vielen Monaten intensivster Gespräche“ insbesondere das Hauptziel erreicht, im Raum Neunkirchen vorhandene Doppelstrukturen abzubauen und die somatische Versorgung langfristig zu sichern. „St. Wendel wiederum behält seine bisherigen Fachgruppen und soll nachhaltig gestärkt werden“, erklärt Jung: „An notwendigen Investitionen in den beiden Landkreisen wird sich das Land beteiligen.“







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