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KrankenhausplanNeue Klinikstruktur für das nördliche und östliche Saarland

Die Krankenhauslandschaft im Saarland steht vor einem großen Umbau: Doppelstrukturen sollen wegfallen, Investitionen fließen. Neunkirchen und St. Wendel erhalten neue Schwerpunkte – für eine zukunftssichere Versorgung.

Richtung
Shawn Hempel/stock.adobe.com
Symbolfoto

Bei den Arbeiten am Krankenhausplan zeichnet sich für das nördliche und östliche Saarland eine umfassende Neuordnung der stationären Versorgung ab: Das Gesundheitsministerium, die Landräte von Neunkirchen und St. Wendel sowie die Träger Marienhaus Gruppe und Stiftung Kreuznacher Diakonie verhandeln derzeit über eine neue Versorgungsstruktur.

Folgende Veränderungen sind laut Gesundheitsministerium geplant:

  • Konzentration der stationären Leistungen: In Neunkirchen soll künftig die Stiftung Kreuznacher Diakonie alleiniger Anbieter vollstationärer Leistungen sein. Die Marienhaus Gruppe konzentriert sich auf den Standort St. Wendel. Notfallversorgung, Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie werden am Diakonie Klinikum Neunkirchen gebündelt.

  • Verlagerung von Fachbereichen: Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin der Marienhaus Gruppe sollen vom Kohlhof nach St. Wendel wechseln. Das Fliedner-Krankenhaus zieht an den bisherigen Standort des Marienhaus Klinikums in Neunkirchen.

  • Investitionen in Millionenhöhe: Für die Umstrukturierung sind jeweils dreistellige Millionenbeträge vorgesehen, teilweise finanziert aus dem Transformationsfonds.

  • Ambulante Versorgung und Gesundheitspark: Geprüft wird, ob die Marienhaus Gruppe ein sozialpädiatrisches Zentrum am Kohlhof weiter betreibt. Zudem soll in Neunkirchen ein Gesundheitspark rund um das Diakonie Klinikum entstehen.

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„Mut zu einem großen Wurf“

Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) betont: „Die geplanten Veränderungen sind die beste Option, um die stationäre Versorgung in beiden Landkreisen dauerhaft zukunftssicher aufzustellen.“ Auch die Landräte Sören Meng (Neunkirchen) und Udo Recktenwald (St. Wendel) unterstützen die Pläne und kündigen an, ihre Kreistage in die Finanzierung einzubinden.

Die Träger sehen die Notwendigkeit zur Veränderung, mahnen aber eine sorgfältige Prüfung an. „Wir stehen in der Verantwortung für eine langfristig sichere Versorgung und die Zukunft unserer rund 14.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Sebastian Spottke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marienhaus Gruppe.

Bevor die Reform umgesetzt werden kann, müssen vertragliche Fragen geklärt und die Prüfungen des Medizinischen Dienstes abgeschlossen werden. Doch Jung zufolge zeigten die Pläne, dass man auch den „Mut zu einem großen Wurf für beide Landkreise“ habe.

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