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Krankenhaus FreibergLandkreis Mittelsachsen macht Schluss mit Sana

Weil das Krankenhaus Freiberg künftig wieder vollständig in kommunaler Hand sein soll, hat der Landkreis Mittelsachsen den langjährigen Managementvertrag mit den Sana Kliniken gekündigt. Auch deren Minderheitsanteil soll zurückgekauft werden.

Krankenhaus Freiberg
Landkreis Mittelsachsen
Das Krankenhaus Freiberg gehört aktuell zu 26 Prozent den Sana Kliniken.

In Sachsen steht wahrscheinlich eine einschneidende Trennung an. Wie der Landkreis Mittelsachsen mitteilt, hat er den Managementvertrag für sein Krankenhaus Freiberg zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Aktuell sind die Sana Kliniken über den Kontrakt für das operative Geschäft des Schwerpunktversorgers verantwortlich. Gleichzeitig gehören dem Konzern 26 Prozent der Anteile.

Der Vorteil ist eine zielgenaue Steuerung des Verbundes anhand der strategischen Ziele des Landkreises.

Der Kreis will aus dem Standort Freiberg und seinem Krankenhaus Mittweida, das der Kommune zu 100 Prozent gehört, sowie allen angegliederten Einrichtungen, wie Servicegesellschaften und MVZ, einen Integrierten Gesundheitsverbund formen. So hat es der Kreistag im Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Bislang agieren die Häuser, auch wegen der Gesellschafterstruktur, vollkommen unabhängig.

Wegen einer notwendigen Anpassung des seit 1996 bestehenden Managementvertrages seien mit Sana in diesem Jahr „intensive Gespräche und Verhandlungen“ geführt worden, teilt der Landkreis weiter mit. Allerdings hätten „die Vorstellungen und Interessenlagen zu weit auseinander“ gelegen. Daher seien die Verhandlungen ohne Einigung beendet worden und man habe den Managementvertrag gekündigt.

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Der Kreis beklagt offenbar, dass Sana dessen Steuerungsmöglichkeiten bei einer Neuausrichtung zu stark habe einschränken wollen, und führt zudem hohe Kosten für den Managementvertrag an. Der Konzern dagegen meint, ein Angebot „für ein tragfähiges Zukunftskonzept“ vorgelegt zu haben.

Auch Sana benötigt hier ein Mindestmaß an Mitgestaltung.

„Der Landkreis hatte und hat stets ausreichende Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten – allein schon durch die Mehrheitsbeteiligung von 74 Prozent“, erklärt Sanas Clustergeschäftsführer Dr. Roland Bantle auf Nachfrage von kma. Bei einer möglichen Neuausrichtung des Managementvertrages habe der Konzern jedoch abgelehnt, „dass Zukunftsentscheidungen allein auf Basis von Mehrheitsverhältnissen erfolgen sollen“. Auch Sana benötige „hier ein Mindestmaß an Mitgestaltung“, so Bantle.

Der Landkreis will die Leitung in Freiberg künftig wieder in eigener Verantwortung übernehmen. Die Bestellung des aktuellen (Sana-)Geschäftsführers Matthias Stolze bleibe von der Vertragskündigung unberührt, heißt es. Derzeit werde das Konzept zur Entkoppelung der bisherigen Managementprozesse von den Sana Kliniken finalisiert. Zugleich würden die Prozesse zur Bildung des Gesundheitsverbundes Mittelsachsen „fokussiert weiter vorangebracht“.

Angebot für Rückkauf der Sana-Anteile

Neben dem Management will der Kreis auch alle Anteile am Krankenhaus Freiberg in kommunale Hand zurückholen. Zum Erwerb des Minderheitsanteils sei deshalb ein qualifiziertes Kaufpreisangebot an Sana gemacht worden, heißt es im Landratsamt, ohne dass eine Summe genannt wird. Derzeit liefen dazu die Gespräche auf Gesellschafterebene.

Mit einem Rückkauf wäre das Freiberger Haus wieder vollständig in kommunaler Hand, betont Landrat Sven Krüger: „Der Vorteil ist eine zielgenaue Steuerung des Verbundes anhand der strategischen Ziele des Landkreises.“ Dr. Christoph Trumpp, der Aufsichtsratschef der Klinken Freiberg und Mittweida, jedenfalls dankt dem langjährigen Partner Sana schon einmal „für die bisherige Zusammenarbeit und die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in herausfordernden Zeiten“.

Der Konzern, der in Sachsen nicht weit entfernt auch die Klinikstandorte Grimma und Wurzen sowie Borna und Zwenkau betreibt, bestätigt die Verkaufsverhandlungen und zeigt sich weiter zu konstruktiven Gesprächen bereit. Vor einem Alleingang des Kreises, wie jetzt geplant, wird in jedem Fall gewarnt. Gerade in der aktuellen Lage der Krankenhäuser seien professionelle Strukturen und ein starker Partner gefragt, erklärt Sana-Manager Bantle und verweist insbesondere auf die Komplexität der Aufgaben.

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