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ÜbernahmeLandkreis Alzey rettet insolventes DRK-Krankenhaus

Der Kreistag Alzey-Worms hat beschlossen, das DRK Krankenhaus Alzey zu übernehmen. So ist die Existenz eines weiteren der zehn insolventen DRK-Klinikstandorte in Rheinland-Pfalz zunächst gesichert. Alle Mitarbeitenden sollen übernommen werden.

Handschlag zweier Geschäftsleute
Vichie81/stock.adobe.com
Symbolfoto

Neustart in kommunaler Hand: Ab Juli übernimmt der Landkreis Alzey-Worms das DRK Krankenhaus Alzey. Das hat der Kreistag kürzlich einstimmig beschlossen, wie die Kreisverwaltung gegenüber kma bestätigte. Damit geht die insolvente Klinik aus den Händen der DRK Trägergesellschaft Süd-West in kommunalen Besitz über.

„Heute senden wir im Kreistag ein Zeichen der Geschlossenheit für das Kreiskrankenhaus Alzey“, sagte Landrat Heiko Sippel (SPD) nach der Sitzung. Bereits im Vorfeld hatte sich eine breite politische Mehrheit für die Übernahme abgezeichnet. Innerhalb von zehn Wochen sei die Übernahme vorbereitet worden, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Wirtschaftsprüfer hätten vor der Abstimmung über Risiken und Chancen des Vorhabens informiert. Ihr Resümee: „Es wird kein Selbstläufer, aber wir sehen sehr gute Chancen.“

Direkte Mitbestimmung des Landkreises

Das Krankenhaus werde zunächst als Eigenbetrieb des Landkreises geführt. Diese Rechtsform ermögliche eine schnelle Umsetzung, ohne dass die Zustimmung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion erforderlich sei. So sei auch eine direkte Mitbestimmung des Landkreises bei betrieblichen Entscheidungen möglich. Ein eigener Krankenhausausschuss soll zur politischen und fachlichen Begleitung eingesetzt werden.

Die rund 400 Mitarbeitenden sollen alle übernommen werden. Der momentan gültige Tarifvertrag bleibe bis zum Jahresende in Kraft. Bereits geleistete Überstunden können nach Angaben des Kreises durch Freizeitausgleich abgebaut werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das DRK im August und zum Jahresende einen Insolvenzantrag für das Krankenhaus Alzey und weitere Standorte gestellt. Im Februar 2025 war dann endgültig Schluss: Das DRK verkündete, es werde sich in Rheinland-Pfalz komplett aus dem Krankenhausbereich zurückziehen. Insgesamt zehn DRK-Klinikstandorte waren bis dahin insolvent. Grund dafür waren die hohen wirtschaftlichen Belastungen.

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Symbolischer Kaufpreis von einem Euro

Im Dezember 1990 sei das damalige Kreiskrankenhaus vom Landkreis auf die heute insolvente DRK Krankenhausgesellschaft übertragen worden. Im Zuge des damals geschlossenen Vertrages fallen das Gebäude und das Areal an den Kreis zurück. Der Kreis zahle für das Krankenhaus deshalb lediglich einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro. Hinzu komme das Vorratsvermögen in Höhe von 699 999 Euro. Der Betrag entspricht dem geschätzten Wert des Inventars wie Medikamente oder medizinisches Verbrauchsmaterial.

Die langfristige Ausgestaltung des Kreiskrankenhauses soll im Hinblick auf die Krankenhausreform vor 2028 evaluiert werden. Bereits jetzt sieht die neue Betriebssatzung eine dreiköpfige Leitungsspitze vor: Verwaltungsdirektor, Ärztlicher Direktor und Pflegedirektor werden künftig gemeinsam die Geschicke des Hauses lenken.

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