
Das Schicksal des kleineren der zwei Standorte ist offenbar endgültig besiegelt: Die Klinik Tettnang des Medizin Campus Bodensee (MCB) wird zum 31. Mai den Krankenhausbetrieb einstellen. An der Schließung „führt leider kein Weg vorbei“, heißt es aus dem Gläubigerausschuss des insolventen MCB.
Offenbar stand im Raum, den Standort bereits zum 30. April aufzugeben, doch die Stadt Friedrichshafen habe sich bereiterklärt, den weiter defizitären Krankenhausbetrieb der Klinik für einen Monat finanziell zu überbrücken, teilt der MCB mit.
Die Mitarbeitenden in Tettnang seien bereits im Januar über die Situation und den Plan informiert worden, den Betrieb möglichst bis zum 1. Juni aufrecht zu erhalten, heißt es weiter. „Diese Anstrengungen haben wir unternommen, um einem möglichen Investor keine Steine in den Weg zu legen“, so der Gläubigerausschuss. Jedoch sehe keiner der beiden im Bieterverfahren verbliebenen Investoren eine Weiterführung der Klinik Tettnang als Krankenhaus vor.
„Dass eine Schließung bereits zum 30. April im Raum stand, liegt an der immer schieferen Finanzlage der Klinik, die auf die negative Leistungsentwicklung zurückzuführen ist“, erklärt Geschäftsführer Dr. Jan-Ove Faust. Unter Umständen ist der 31. Mai aber ohnehin nicht zu halten, so Faust: „Sollte in den kommenden Wochen nicht mehr ausreichend Personal in der Klinik Tettnang im Dienst sein, müssen wir die Schließung möglicherweise sogar vorziehen.“
Kreistag entscheidet am 13. Mai
Mit der finanziellen Zusage der Stadt Friedrichshafen, die bis Ende 2025 Träger des Klinikums Friedrichshafen und damit auch der Klinik Tettnang war, gewinne der Verbund einen Monat, um die Schließung vorzubereiten, sagt der Geschäftsführer. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan und andere notwendige Vereinbarungen seien bereits terminiert.
Wie berichtet, entscheidet der Kreistag des Bodenseekreises am 13. Mai in öffentlicher Sitzung über die künftige Trägerschaft für den MCB – und auch darüber, ob die Klinik Tettnang komplett geschlossen wird oder ob dort, so wie es das Konzept der Oberschwabenklinik (OSK) vorsieht, ein ambulantes Operationszentrum entsteht.








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