Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

NeustartDer Geesthacht-Insolvenz-Krimi kommt zum Ende

Nach zwei Insolvenzen, radikalem Umbau und massiven Einschnitten ist das Insolvenzverfahren am Krankenhaus Geesthacht beendet. Der Standort bleibt – allerdings als spezialisierte Fachklinik mit deutlich veränderter Struktur.

Krankenhaus Geesthacht
NEWS & ART
Krankenhaus Geesthacht

Was lange währt, wird endlich gut: Das Amtsgericht Schwarzenbek hat das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung für das Krankenhaus Geesthacht aufgehoben. „Für die Menschen in Geesthacht und der Region bedeutet diese Entscheidung vor allem eines: Das Krankenhaus bleibt“, erklärte Geschäftsführer Prof. Lars Timm. Es werde zwar anders arbeiten als bisher, es bleibe aber ein Ort medizinischer Versorgung im stationären und ambulanten Bereich. Ein Gerichtssprecher bestätigte die Entscheidung auf Anfrage.

Die Betreiber haben das Krankenhaus in eine Fachklinik umgewandelt. Rund 250 Mitarbeitende mussten das Haus verlassen. Bereits im März war der Regelbetrieb in mehreren Bereichen eingestellt worden, darunter die Geburtshilfe und Gynäkologie, die Intensivstation, die chirurgischen Stationen, die Notaufnahme sowie die Kardiologie.

Mehr zum Thema:

Seit April konzentriert sich das Haus auf die Bereiche Geriatrie, Innere Medizin sowie Psychiatrie. Letztere umfasst neben dem stationären Angebot auch fünf Tageskliniken sowie psychiatrische Institutsambulanzen. Auch eine internistische Anlaufstelle für kleinere Notfälle bleibt wochentags von 8.00 bis 16.00 Uhr offen. Zudem hält die Fachklinik eine Diagnostik inklusive Radiologie mit Röntgen und CT vor.

Langer Weg zum Neustart

Das nun aufgehobene Verfahren markiert zugleich den vorläufigen Schlusspunkt einer monatelangen Krise am Standort. Nach einer ersten Insolvenz im Herbst 2024 war das Krankenhaus Geesthacht zum 1. Juli 2025 von der CTP‑Gruppe übernommen worden. Doch schon wenige Monate später folgte ein weiteres Eigenverwaltungsverfahren, weil sich die wirtschaftliche Lage deutlich schwieriger darstellte als ursprünglich angenommen. In der Sanierung wurden mehrere Abteilungen geschlossen, darunter Notaufnahme und Geburtshilfe, rund 250 Stellen wurden abgebaut.

Der Generalhandlungsbevollmächtigte Thomas Mulansky spricht mit Blick auf den nun schnellen Abschluss von einem außerordentlichen Verlauf des Verfahrens. Für die Mitarbeitenden bedeute dies vor allem frühe Klarheit, für Patientinnen und Patienten könne die medizinische Versorgung wieder uneingeschränkt in den Mittelpunkt rücken. Auch Sachwalter Andreas Romey betonte, es sei gelungen, in kurzer Zeit die Grundlage für eine Fortführung des Standorts in neuer Struktur zu schaffen und zugleich eine Lösung im Interesse der Gläubiger zu erreichen.

Das Managementunternehmen HC&S vermeldet, dass Prof. Lars Timm den Standort in der nächsten Phase weiterhin begleiten wird. Sein Schwerpunkt werde auf Implementierung, Prozessstabilisierung und Strukturverstetigung liegen. Parallel würden Maßnahmen zur Modernisierung des Hauses angestoßen werden, um die neue Struktur dauerhaft leistungsfähig zu verankern.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen