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GläubigerausschussCTP gewinnt auch zweites Bieterduell um Krankenhaus Geesthacht

Die Gläubiger haben entschieden: Das insolvente Krankenhaus Geesthacht wird nicht kommunalisiert. Es bleibt im Besitz von Reeder Thomas Pötzsch und seiner CTP Gruppe. Die will die bisherigen Leistungen nun deutlich einschränken.

Insolvenz
K. Oborny/Thieme
Symbolfoto

Es wird sich im Krankenhaus Geesthacht Einiges und Grundlegendes ändern in den nächsten Monaten – der Besitzer allerdings wird derselbe sein. Der aktuell zum zweiten Mal insolvente Versorger bleibt Teil des Vitalcampus Geesthacht und der CTP Gruppe, die das Haus im Sommer aus der ersten Insolvenz übernommen hatte. Ein Angebot der Stadt fiel durch. Das hat der vorläufige Gläubigerausschuss am 18. Dezember entschieden.

Im Rahmen des seit Ende Oktober laufenden Eigenverwaltungsverfahrens hatte ein Bieterverfahren stattgefunden – an dem sich mehrere Interessenten beteiligten, unter anderem die Stadt Geesthacht. Nach Prüfung aller vorliegenden Angebote sei nach den kommunizierten Regeln des Verfahrens allerdings nur das der CTP Gruppe annahmefähig gewesen, teilt das Krankenhaus mit. Der vorläufige Sachwalter Andreas Romey habe dies bestätigt. Der Logistikunternehmer Pötzsch hatte sich auch am Ende des ersten Insolvenzverfahrens in einem Bieterduell durchgesetzt.

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In der Folge werde das Krankenhaus nun mit dem Medizin- und Sanierungskonzept von Geschäftsführung und Eigenverwaltung fortgeführt, heißt es in der Mitteilung weiter. Nach den bisherigen Informationen soll der Standort als Fachkrankenhaus entsprechend eines Level-1-Hauses aufgestellt werden – mit Innerer Medizin, Geriatrie und Psychiatrie.

Schon im Sozialausschuss des Landes Schleswig-Holstein hatten der CTP-Besitzer Thomas Pötzsch und Geschäftsführer Prof. Lars Timm vor einigen Wochen erklärt, dass sich das Haus von Fachabteilungen werde trennen müssen. Dazu zählen etwa die Geburtshilfe und die Notaufnahme. Als möglicher Termin für eine Schließung wurde zuletzt meist der März 2026 genannt.

Die Veränderungen des bisherigen Konzeptes hatten in der Stadt und der Region heftige Proteste ausgelöst. Erst vor wenigen Tagen fand in Geesthacht noch eine Demonstration statt, bei der rund 1500 Menschen für den Erhalt des Krankenhauses in seiner aktuellen Form auf die Straße gingen. Vor allem Reeder Pötzsch als Eigentümer stand dabei in der Kritik.

Größerer Stellenabbau erwartet

Zudem machte sich die Stadtpolitik für eine Kommunalisierung des Versorgers stark. Am Ende trat die Stadt als einer der potenziellen Käufer des Krankenhauses auf. Sie hatte ein Angebot gemacht und es wenige Stunden vor der Entscheidung des Gläubigerausschusses noch einmal konkretisiert. Zum Zug kam die Kommune allerdings nicht, stattdessen gaben die Gläubiger CTP erneut den Zuschlag. „Es ist sehr enttäuschend, dass all diese Anstrengungen nicht dazu geführt haben, dass wir unser Krankenhaus retten können“, erklärte Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze nach der Gläubiger-Entscheidung.

Über das Ergebnis informierten die Verantwortlichen am 18. Dezember auch die derzeit rund 700 Mitarbeitenden. Offenbar soll es noch in diesem Jahr konkrete Gespräche über die weiteren Pläne in einzelnen Abteilungen geben. Vor Ort wird jedenfalls ein größerer Stellenabbau erwartet.

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