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Hauptverfahren eröffnetIn Geesthacht fallen 250 Stellen weg

Im insolventen Krankenhaus Geesthacht beginnt die harte Phase der Sanierung. Mit der Eröffnung des Hauptverfahrens bekommen 250 Beschäftigte die Kündigung. Ziel ist nun eine „spezialisierte Fachklinik mit Akutfunktion“.

Kündigung
Fovito/stock.adobe.com
Symbolfoto

Für rund 250 der insgesamt etwa 700 Beschäftigten des insolventen Krankenhauses Geesthacht endet das Jahr 2025 mit der Gewissheit, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Die Mitarbeitenden der betroffenen Abteilungen seien am 29. Dezember in persönlichen Gesprächen darüber informiert worden, teilt das Krankenhaus mit. Nach dem mit Betriebsrat und Mitarbeitervertretung verhandelten Interessenausgleich und Sozialplan müssten sie eine Kündigung erhalten.

Der Zeitpunkt dieser Schritte sei angesichts der engen Taktung des Verfahrens und der gesetzlichen Verpflichtung, im Interesse der Gläubiger zu handeln, zwingend, heißt es weiter. Zuvor hatte das Amtsgericht Schwarzenbek das Hauptverfahren zur Eigenverwaltung des Krankenhauses eröffnet. Damit beginne die eigentliche Umsetzungsphase der Sanierung, so die Verantwortlichen in Schleswig-Holstein. Ziel sei es, den Standort wirtschaftlich zu stabilisieren und bis zum 31. März 2026 in die neue Struktur als „spezialisierte Fachklinik mit Akutfunktion“ zu überführen.

Die Maßnahmen sind schmerzhaft, aber notwendig.

Nun seien „wirtschaftliche Vernunft und Umsetzungskraft entscheidend“, erklärt Geschäftsführer Prof. Lars Timm: „Die Maßnahmen sind schmerzhaft, aber notwendig, um den Standort überhaupt zu erhalten. Nur wenn wir jetzt konsequent handeln, kann Geesthacht eine tragfähige medizinische Perspektive wahren.“ Die Geschäftsführung arbeite eng mit der Agentur für Arbeit zusammen, um Betroffene „bestmöglich beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse zu unterstützen“.

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Der Anspruch sei es, „Verantwortung nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch menschlich wahrzunehmen“, betont der zweite Geschäftsführer Thomas Pötzsch, dessen CTP Gruppe das Krankenhaus seit dem Abschluss des ersten Insolvenzverfahrens im Sommer 2025 gehört – „durch Unterstützung, Transparenz und durch konkretes Entgegenkommen dort, wo es möglich ist“.

Sonderzahlungen sollen den Betrieb bis zum 31. März 2026 sichern: Für Mitarbeitende in den von Stilllegung betroffenen Bereichen seien Halteprämien vorgesehen, heißt es weiter. Sie sollen demnach im Januar 500 Euro, im Februar 750 Euro und im März 1000 Euro bekommen. Zusätzlich sei für alle, die bis zum 31. März bleiben, eine anteilige Jahressonderzahlung „als Anerkennung ihres Einsatzes“ vorgesehen. Ziel der Geschäftsführung sei es, den Weg in den kommenden Monaten „so transparent, verlässlich und respektvoll wie möglich zu gestalten“.

Fachklinikmodell geplant

Nach dem Mitte Dezember vorgestellten Konzept soll der Standort zu einem wirtschaftlich tragfähigen Fachklinikmodell werden. Während die Intensivstation, die Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die allgemeine und Unfallchirurgie stillgelegt werden, sollen die Bereiche Geriatrie, Innere Medizin mit Akutversorgungsfunktion, Psychiatrie und ambulante Operationen demnach langfristig weiterentwickelt werden. Ergänzend soll das MVZ des Hauses weiter als ambulante Versorgungsstruktur zur Verfügung stehen und auch in akuten Fällen eine erste medizinische Anlaufstelle sein. Zudem bleibe die Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie rund um die Uhr geöffnet und „weiterhin notfallfähig“.

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