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Türkische KlinikgruppeMemorial Healthcare Group drängt in deutschen Klinikmarkt

Eine der führenden privaten Klinikgruppen in der Türkei, die Memorial Healthcare Group, will jetzt auch im deutschen Gesundheitsmarkt aktiv werden. Das Unternehmen ist auf der Suche nach Wachstumsoptionen im ambulanten und stationären Bereich.

Memorial Healthcare Group
Memorial Healthcare Group
Außenansicht des Bahçelievler Krankenhaus von Memorial Healthcare in Istanbul.

Die Memorial Healthcare Group plant den Markteintritt in Deutschland. Das Team um CEO Uğur Genç sei vor allem an Krankenhäusern in Ballungsräumen interessiert. Man wolle das ausländische Patientenportfolio und die eigenen digitalen Kompetenzen nutzen und erweitern.

Gegründet in 2020, gehört die Memorial Healthcare Group zu den führenden privaten Klinikgruppen in der Türkei.  Die Gruppe betreibt in der Türkei elf Krankenhäuser, zwei Medizinische Versorgungszentren und ein Wellness-Center. Zwei weitere Kliniken entstehen gerade in Istanbul und werden voraussichtlich 2024 eröffnet. 8650 Mitarbeitende sind Teil des Unternehmens, darunter 1500 Ärztinnen und Ärzte. In insgesamt 1800 Betten werden jährlich rund 245 000 Patient*innen versorgt. Hinzu kommen 2,8 Millionen ambulante Patient*innen. Hauptaktionär bei Memorial ist die Familie Aydın, deren Holding in vielen unterschiedlichen Branchen aktiv ist. Laut eigener Aussagen wächst das Unternehmen jährlich um 30 Prozent.

Rundumversorgung auf einem Campus

Ambulante und stationäre Angebote seien in den Kliniken eng miteinander vernetzt. So könne man, anders als deutsche Kliniken mit vergleichbarer Bettenzahl, auch hochkomplexe Eingriffe und Behandlungen, z.B. in der Onkologie, der Herz- und Neurochirurgie oder bei Nieren-, Leber- und Knochenmarktransplantation, anbieten. Alles, was Patient*innen – ambulant und stationär –  für ihre Behandlung benötigen, würden sie dort auf einem Campus und aus einer Hand erhalten.

Memorial sei mit diesen Ansätzen nicht nur attraktiv für türkische Patient*innen. Vergangenes Jahr habe man auch 75 000 internationale Patient*innen aus 167 Ländern behandelt. Auch setze die Klinikgruppe auf einen sehr hohen Versorgungsstandard mit führenden Mediziner*innen und allen Möglichkeiten moderner Hightech-Medizin, lege aber auch Wert auf Patientenzufriedenheit und biete daher z.B. hotelähnliche Patientenzimmer.

Memorial als Zukunftsmodell?

Genç möchte den Wachstumskurs nun in Deutschland fortsetzen und glaubt daran, dass sich das Konzept, soweit es die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen erlauben, auf Deutschland übertragen lässt und genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Prof. Dr. Christian Wallwiener, Geschäftsführer des auf das Gesundheitswesen spezialisierten Beratungsunternehmens WMC Healthcare, hat sich vor Ort ein Bild gemacht und hält fest: „Der Ansatz von Memorial könnte daher auch hierzulande ein Zukunftsmodell sein.“

Auch in Sachen Digitalisierung sei Memorial gut aufgestellt: So habe das Unternehmen innerhalb weniger Wochen die digitale Patientenplattform e-Doctor implementiert, um Patient*innen die Möglichkeit einer Video-Sprechstunde anbieten zu können. Darüber hinaus seien auch die neu eingeführten telemedizinischen Möglichkeiten interessant, mit denen die Ärzt*innen wichtige Vitalfunktionen ihrer Patienten rund um die Uhr überwachen können.

Wann Memorial mit ähnlichen Angeboten in Deutschland an den Start gehen wird, soll sich in den kommenden Wochen und Monaten herauskristallisieren. 

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