
Der Kreistag Enzkreis hat entschieden, den stationären Betrieb am RKH Krankenhaus Neuenbürg zu beenden und die Versorgung künftig am Standort Mühlacker zu konzentrieren. Neuenbürg soll zu einem ambulanten Gesundheitsstandort weiterentwickelt werden – inklusive Ausbau des bestehenden MVZ, wie der kommunale Anbieter RKH mitteilt.
Auslöser für den Umbau sind sowohl die medizinischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Bastian Rosenau verweist auf ein jährliches Defizit von über 20 Millionen Euro – für den Kreishaushalt langfristig nicht mehr tragfähig. Die Reformlogik mache spezialisierte, leistungsfähige Strukturen notwendig; Doppelstandorte mit sinkenden Fallzahlen seien nicht mehr haltbar.
Auch medizinisch sieht die Geschäftsführung klare Vorteile in der Konzentration. Dr. Marc Nickel, Medizinischer Geschäftsführer und Sprecher der RKH-Geschäftsführung, betont, dass Versorgungssicherheit, Qualität und wirtschaftliche Tragfähigkeit nur durch eine klare Schwerpunktbildung erreichbar seien. Alternative Szenarien für das 82-Betten-Haus in Neuenbürg wurden geprüft, hätten aber weder medizinisch noch ökonomisch eine langfristige Perspektive geboten.
Mühlacker wird zum zentralen Standort
Das RKH Krankenahus Mühlacker wird nun gezielt zum starken stationären Standort ausgebaut. Neben einer klaren Profilierung der Orthopädie ist der Aufbau einer Rheumatologie vorgesehen. Mittelfristig plant der Enzkreis einen Klinikneubau mit bis zu 280 Betten – eine für die Geschäftsführung „kritische Größe“, um langfristig Stabilität und Investitionsfähigkeit sicherzustellen.
Neuenbürg bleibt weiterhin medizinischer Anlaufpunkt, allerdings mit ambulantem Schwerpunkt. Das MVZ soll erweitert werden, um die Versorgung in der Fläche sicherzustellen. Für das heutige Klinikareal soll ein Konzept zur Nachnutzung entwickelt werden.
Für die rund 200 Mitarbeitenden kündigt die Klinikleitung einen sozialverträglichen Prozess an. Ziel sei es laut Fabian Bunzel, Klinikgeschäftsführer der RKH Enzkreis-Kliniken, möglichst vielen Beschäftigten innerhalb der Kreiskliniken oder im MVZ Perspektiven zu bieten. Die Umsetzung soll in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen.





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