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Unikliniken Baden-WürttembergVerdi verschärft Streik auf drei Tage, trotz Arbeitgeberangebot

Der Konflikt an den Unikliniken spitzt sich zu. Verdi lehnt das vorgelegte Angebot ab und ruft zu mehrtägigen Warnstreiks in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen auf – kurz bevor sich beide Seiten zur voraussichtlich letzten Runde treffen.

Streik-Schild vor blauem Himmel
kristina rütten/stock.adobe.com
Symbolfoto

Patientinnen und Patienten an vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg müssen sich von heute an auf Einschränkungen und längere Wartezeiten einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten an den Kliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen zu mehrtägigen Warnstreiks auf.

In Freiburg und Ulm sollen die Kliniken am 6., 7. und 8. Juli komplett bestreikt werden, in Heidelberg und Tübingen wird einem Gewerkschaftssprecher zufolge am 6. und 7. Juli komplett gestreikt und am 8. Juli nur teilweise. Am 8. Juli treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber demnach zur dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde. Dort will die Gewerkschaft dann auch vor Ort mit einer Protestaktion auf die Arbeitgeber Druck machen.

Verdi: „Die Leute sind sauer“

Patientinnen und Patienten müssen sich wegen des Warnstreiks wohl auf Einschränkungen einstellen. Die Notfallversorgung ist nach Angaben der Gewerkschaft immer gewährleistet. Man rechne aber damit, dass an den Kliniken zahlreiche OP-Säle geschlossen bleiben müssten. Auch sei damit zu rechnen, dass nicht alle Betten belegt werden könnten.

Die Gewerkschaft erwartet eine starke Beteiligung an der Streikaktion. „Die Arbeitgeber haben alles getan, damit die Leute sauer sind. Wir gehen davon aus, dass wir mehr Streikende haben werden als bei den Streiktagen davor“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker. Die Arbeitgeber wollten Reallohnverluste für fast drei Jahre festschreiben, eine Option auf eine 45-Stunden-Woche, eine Jahressonderzahlung an Krankentage koppeln und den Schutz bei drohendem Personalabbau verschlechtern, so die Kritik des Gewerkschafters.

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Arbeitgeber verweisen auf schlechte Finanzlage

Hintergrund des Ausstands sind die Tarifverhandlungen für rund 26.000 Beschäftigte der vier Unikliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das unter anderem eine Einmalzahlung von 400 Euro und eine Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten vorsieht. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige Finanzlage der Kliniken und auf erwartete Auswirkungen der Gesundheitsreform der Bundesregierung.

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