
Nach rund zehnjähriger Bauzeit hat das Augsburger Universitätsklinikum (UKA) ein neues Intensivzentrum. Das Zentrum für Intensivtherapie (ZIT) fasst 135 Betten, die Investitionskosten belaufen sich nach Angaben des Uniklinikums auf rund 190 Millionen Euro.
Einige Dutzend Umweltschützer demonstrierten aus Anlass der offiziellen Eröffnung dagegen, dass in den 2030er Jahren das Hauptgebäude des Klinikums auf der angrenzenden Parkanlage neu errichtet werden soll.
Das Klinikum bezeichnet den Neubau als Bayerns modernstes Zentrum für Intensivtherapie. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) kündigte an, dass der Freistaat nun in Augsburg „eines der modernsten Hochschulmedizinzentren in Europa entwickeln“ werde. Für das UKA der Zukunft gelte „wissenschaftliche Exzellenz, strategische Resilienz, und bauliche Effizienz“.
Dieser Neubau erlaubt nicht nur bessere Arbeitsbedingungen für unser Personal, sondern eine wesentliche Verbesserung der intensivmedizinischen Möglichkeiten.
Der ärztliche Direktor des UKA, Prof. Klaus Markstaller ergänzt: „Das ZIT ist Ausdruck eines medizinischen Gesamtkonzepts, das Spezialisierung, Interdisziplinarität und Sicherheitskultur zusammenführt.“ Es stehe außerdem für bessere Arbeitsbedingungen sowie für eine wesentliche Verbesserung der intensivmedizinischen Möglichkeiten.
Hintergrund ist, dass Bayern erst vor wenigen Jahren das einstmals kommunale Klinikum übernommen hat und derzeit an der Augsburger Uni für eine Milliardensumme eine neue Medizinfakultät aufbaut.
Über das ZIT
Das Zentrum ist ein moderner Neubau mit sechs Etagen, insgesamt rund 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und etwa 2900 Quadratmeter Nutzfläche. Für das Uniklinikum ist es die bisher größte einzelne Baumaßnahme. Im Inneren gibt es Platz für bis zu 135 Intensiv- und Intermediate-Care-Betten. Ergänzt wird der stationäre Bereich durch eine starke ambulante Infrastruktur, darunter 41 hochmoderne Therapieplätze in der Interdisziplinären Systemtherapie-Einheit (ISE). Dank der unmittelbaren Nähe zum Zentralgebäude profitieren die Mitarbeitenden von kürzeren Wegen, effizienteren Abläufen und einer noch engeren interdisziplinären Zusammenarbeit.
Diagnostik, intensivmedizinische Behandlung sowie ambulante und therapeutische Angebote sind nach Ebenen strukturiert und funktional eng miteinander verzahnt, weshalb das Gebäude auch als „Haus der kurzen Wege“ bezeichnet wird. Während das Erdgeschoss die Schnittstelle zwischen stationärer Hochleistungsmedizin und spezialisierten ambulanten Angeboten dient, befindet sich im ersten Stock die konservative Intensivmedizin. Intermediate Care Station (ICM) und Überwachungseinheit (TAVI) sind hier unter anderem angesiedelt.
Der zweite Stock mit Büroflächen und medizinischer Informationstechnik ist für die Funktionsfähigkeit des Zentrums verantwortlich. Auf der dritten Etage befinden sich der zentrale intensivmedizinische Bereich, der erweiterte Stroke Unit mit neu eingerichteter Neurologischer Intensivstation kombiniert.
Im Untergeschoss haben das Institut für Pathologie und Molekulare Diagnostik, das Institut für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie und das Institut für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie ihre Heimat.

Intensivzentrum wurde deutlich teurer als geplant
Zu Beginn der Arbeiten an dem Zentrum für Intensivtherapie wurde das Klinikum noch von Stadt und Landkreis Augsburg getragen. Damals waren Ausgaben von 106 Millionen Euro kalkuliert worden. Nach Angaben eines Sprechers gab es mehrere Gründe für die Kostensteigerungen, unter anderem ein Wasserschaden auf der Baustelle.
Das Uniklinikum ist das wichtigste Krankenhaus im Bezirk Schwaben. Etwa 7600 Mitarbeitende sind dort in mehr als 24 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren beschäftigt. Fast 300.000 Patientinnen und Patienten werden jedes Jahr ambulant oder stationär behandelt.
Weil das Hauptgebäude in die Jahre gekommen ist, soll es komplett neu gebaut werden. Dafür soll der große Park neben dem Klinikum weichen. Naturschützer verweisen auf den ökologischen Wert des sogenannten Klinikparks und verlangen, dass ein Alternativstandort genauer geprüft wird. Mehr als 1500 Menschen haben bislang eine entsprechende Online-Petition unterzeichnet.





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