
Prof. Rainer Salfeld ist tot. Mit großer Bestürzung bestätige die Artemed Gruppe, dass ihr geschäftsführender Direktor am 16. Mai 2026 infolge eines tragischen Flugzeugunglücks ums Leben gekommen sei, teilt das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Auch der zweite Insasse, ein langjähriger fliegerischer Wegbegleiter Salfelds und Berufspilot, verstarb bei dem Unfall. Die genauen Umstände des Unglücks seien derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen. Der Absturz des Kleinflugzeugs ereignete sich in einem Wohngebiet in Limburgerhof südlich von Mannheim.
Salfeld war Gründer, prägende Persönlichkeit und unternehmerischer Kopf der Gruppe, so Artemed weiter. Über mehr als drei Jahrzehnte habe er sie mit Weitblick, Innovationskraft und großem persönlichem Engagement geformt. Sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber Patienten ebenso wie gegenüber den Beschäftigten sei außergewöhnlich gewesen. Gerade deshalb werde betont, „dass die Artemed wirtschaftlich stabil und organisatorisch klar aufgestellt ist und bleibt“.
Sein Tod hinterlässt eine große persönliche und unternehmerische Lücke.
Mit Andreas Grbic, Michael Kneis, Tim Steckel und Dr. Max von Holleben stünden vier geschäftsführende Direktoren an der Spitze des Unternehmens, „die die Gruppe gemeinsam mit ihm in den vergangenen Jahren erfolgreich geführt und zukunftsweisend weiterentwickelt haben“. Zugleich habe die Familie den klaren Wunsch geäußert, Salfelds Lebenswerk als eigenständiges, familiengeführtes Unternehmen fortzuführen.
Die Gruppe, die ihren Sitz im bayerischen Tutzing hat, beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeitende und betreibt bundesweit 19 Krankenhäuser sowie medizinische Versorgungszentren. Jährlich werden mehr als 150.000 stationäre und rund 300.000 ambulante Patienten versorgt. Dabei erwirtschaftet Artemed einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Ergänzt wird das Engagement durch internationale Projekte, die Artemed Akademie sowie die Artemed Stiftung.
Rainer Salfeld war Jurist und Betriebswirt. Er hat Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld studiert und am Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht bei Prof. Dr. Peter Hommelhoff promoviert. Von 1986 bis 2007 war er für die Unternehmensberatung McKinsey & Company tätig, zunächst mit Schwerpunkt Hightech Industrie und Luft- und Raumfahrt und ab 1998 als Senior Partner für den Bereich des Gesundheitswesens.
1990 gründete er gemeinsam mit seinem Vater die erste Artemed Klinik in Bad Oeynhausen und legte damit den Grundstein für die heutige Gruppe. Seit 2008 war er der geschäftsführende Direktor. Er war Lehrbeauftragter für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg und wurde vom Freistaat Bayern im Jahr 2004 zum Honorarprofessor ernannt.
Gründer, Mentor und prägende Leitfigur
Statt seiner Person stellte Salfeld lieber Inhalte in den Fokus – sowohl mit Blick auf die Krankenhausbehandlung von Menschen als auch die Gesundheitspolitik. Regelmäßig äußerte er sich etwa dezidiert zur Krankenhausreform, die aus seiner Sicht eine „Verschlimmbesserung“ bedeutete. Zwar seien die Probleme der stationären Versorgung in Deutschland erkannt worden, erklärte er, die bisherigen gesetzlichen Initiativen der Politik allerdings hielt er für „leider völlig untauglich“.
Mit anderen Autoren hat Salfeld das Buch „Modernes Krankenhausmanagement“ veröffentlicht, das mittlerweile in der fünften Auflage erscheint. Darin beschreibt er, was Artemed für eine gute Art hält, ein Krankenhaus zu führen.
Für Artemed sei Salfeld Gründer, Mentor, Sparringspartner und prägende Leitfigur gewesen, heißt es aus Tutzing. Er habe die Gruppe nicht nur gegründet, sondern „auch bis in die kleinste Struktur geprägt“. Sein Tod hinterlasse eine große persönliche und unternehmerische Lücke: „Seine Innovationsfreude, sein wirtschaftliches Geschick, sein Humor und vor allem seine Menschlichkeit haben uns alle geprägt und die Artemed zu dem Unternehmen wachsen lassen, das sie heute ist.“
Artemed werde den eingeschlagenen Weg in seinem Sinne konsequent weiterführen. Die Anteilnahme gelte seiner Familie, insbesondere seiner Frau, seinen drei Kindern sowie allen Angehörigen.






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