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Region StarnbergNeues Neuro-Netzwerk – 35 Neurologen für 3 Standorte

Artemed übernimmt das Behandlungszentrum Kempfenhausen und formt gemeinsam mit der Marianne‑Strauss‑Klinik ein regional einzigartiges neurologisches Netzwerk. Die Sanierung ist abgeschlossen, alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Gesundheitsversorgung
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Symbolfoto

Auf Ende Januar hat die Krankenhausgruppe Artemed die Trägerschaft für die Marianne-Strauss-Klinik (MSK) und das benachbarte Pflegeheim übernommen. Mit der Übernahme aller Mitarbeitenden zu bestehenden Konditionen sowie der Zusage, laufende Bau- und Sanierungsprojekte fortzuführen, sichert die Klinikgruppe die neurologische Versorgung in der Region Starnberg.

Für die beiden Einrichtungen bedeute die Übernahme vor allem eines: Stabilität nach einer intensiven Sanierungsphase. Dr. Sándor Mohácsi, Geschäftsführer des Behandlungszentrums, betont: „Die Artemed ist uns durch die geografische Nähe bestens vertraut. In ihr haben wir einen starken Partner gefunden, der den Fokus auf die lokale Verwurzelung seiner Häuser legt.“

Auch Artemed-Geschäftsführer Dr. Max von Holleben sieht eine ideale Ergänzung: Die MSK gilt als größte Fachklinik für Multiple Sklerose in Süddeutschland. Unter dem Dach der Artemed soll diese Expertise weiter ausgebaut werden.

35 Neurologen für ein regionales Kompetenzzentrum

Mit den Benedictus Krankenhäusern in Tutzing und Feldafing ist die Artemed in der Region bereits im neurologischen Bereich fest etabliert. Durch den Zusammenschluss entsteht nun ein übergreifendes Netzwerk, das künftig 35 Neurologen an drei Standorten vereint.

Unter der Leitung von Prof. Dirk Sander und Prof. Ingo Kleiter decke das Team das gesamte Spektrum der Diagnostik, Akuttherapie und Rehabilitation von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems ab – darunter Schlaganfall, Parkinson und Multiple Sklerose.

Zudem sollen Forschungsaktivitäten weiter intensiviert werden. Beide leitenden Experten sind in einschlägigen Fachgesellschaften stark verankert und planen, die wissenschaftliche Arbeit standortübergreifend strategisch auszubauen. So entstehe ein Neurologisches Kompetenzzentrum rund um den Starnberger See, „das in der Region einzigartig ist“, teilt Artemed mit.

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Eine Besonderheit des Verfahrens: Die bisherigen Hauptgesellschafter – die Landeshauptstadt München und der Bezirk Oberbayern – hatten maßgeblichen Anteil daran, den Übergang auf die Artemed Gruppe zu ermöglichen.

Artemed-Konzerngeschäftsführer Prof. Rainer Salfeld betont: „Dieses Vertrauen seitens zweier öffentlicher Institutionen entgegengebracht zu bekommen, ist wirklich eine Seltenheit.“ 

Erfolgreiches Ende eines komplexen Sanierungsverfahrens

Der Eigentumsübergang markiert gleichzeitig den Abschluss eines Sanierungsprozesses, der im Juni 2025 mit einem Schutzschirmverfahren begann. Gründe waren gestiegene Kosten – unter anderem für Energie, Sachmittel und den Neubau vor Ort.

Das Verfahren wurde von der Stuttgarter Kanzlei Eckert Rechtsanwälte begleitet. Im Januar stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu, der anschließend vom Amtsgericht Weilheim bestätigt wurde.

Das Behandlungszentrum Kempfenhausen im Überblick

Das Zentrum umfasst:

  • Neurologisches Fachkrankenhaus mit Spezialisierung auf Multiple Sklerose und verwandte Erkrankungen
  • Spezialisierte Pflegeeinrichtung
  • 120 vollstationäre Betten, 15 teilstationäre Plätze, 31 Pflegebetten
  • Ambulante, teilstationäre und vollstationäre Versorgung
  • Rund 240 Mitarbeitende
  • Zweitgrößtes MS-Fachkrankenhaus in Deutschland

Ausblick

Mohácsi dankt den Mitarbeitenden ausdrücklich für ihren Einsatz in der anspruchsvollen Sanierungszeit: „Nur durch Ihren hervorragenden Einsatz konnten wir die Sanierung und die vergangenen schwierigen Monate so erfolgreich meistern“, sagt er. „Ich freue mich umso mehr, dass wir in der Artemed einen starken Träger gefunden haben, der den Kern der Klinik und des Pflegeheims erhält und somit für MS-Patientinnen und Patienten auch weit über unsere regionalen Grenzen hinaus eine wichtige Anlaufstelle bleibt.“

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