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CTK ist GeschichteHewer, Peuker, Nagel – der Gründungsvorstand der MUL-CT

Nun ist sie offiziell gegründet – die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem. Der Kanzler war da, und auch der Gründungsvorstand steht fest. Wer in Cottbus das Sagen hat, und wie das Sextett die Aufgaben verteilt.

CTK-Festakt
Ute Grabowsky/Bundesregierung
Festakt mit Kanzler: Am 1. Juli ist aus dem größten Maximalversorger Brandenburgs das erste staatliche Universitätsklinikum des Landes geworden. Dazu begrüßten Sebastian Scholl (M.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) auch Olaf Scholz.

Die großen Buchstaben über der Interimsnotaufnahme sind demontiert, und damit ist unmissverständlich klar: Das kommunale Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK) ist seit dem 1. Juli Geschichte, übergegangen in die MUL-CT, die staatliche Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem.

Am Freitag zuvor hatte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle offiziell den Gründungsvorstand der MUL-CT vorgestellt und damit Informationen von kma bestätigt. „Wirklich hochkarätige Expertinnen und Experten“, lobte Schüle euphorisch: „50 Prozent Frauen, 50 Prozent Ostdeutsche – 100 Prozent Spitzenklasse!“

Den Vorstand, der jetzt größtenteils schon seine Arbeit aufgenommen hat, bilden:

  • Prof. Dr. Eckhard Nagel, Vorsitzender und Vorstand Krankenversorgung,
  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorstand Wissenschaft,
  • Dr. Ulrike Gutheil, Gründungsvorstand universitärer Strukturaufbau,
  • Andrea Stewig-Nitschke, Pflegevorstand,
  • Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand,
  • Dr. Alexander Hewer, Kaufmännischer Vorstand.

Zu den Aufgaben des Sextetts gehöre es nun, die Krankenversorgung weiterzuführen und auszubauen sowie die Forschungsschwerpunkte und die akademische Lehre zügig aufzubauen, heißt es in Cottbus. In zwei Jahren soll an der MUL-CT das Medizinstudium beginnen. Geplant wird mit 80 Professuren, mehr als 1300 neuen Stellen in Lehre und Forschung und jährlich rund 200 Studienplätzen für Erstsemester.

Scholl wird Beauftragter für Modellregion

Die Gesamtkosten für den Aufbau der Universitätsmedizin bis 2038 betragen rund 3,7 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte davon übernimmt der Bund im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen. Am bisherigen Carl-Thiem-Klinikum versorgen rund 3500 Beschäftigte aus mehr als 56 Nationen jährlich mehr als 150 000 Patienten. Dessen bisheriger Geschäftsführer Sebastian Scholl wird Beauftragter für die Modellregion Gesundheit Lausitz. Dr.-Ing. Steffen Ortmann, der die Thiem-Research GmbH leitet, wird die digitale Forschungsinfrastruktur verantworten und soll stellvertretender Vorstand Digitalisierung werden.

Prof. Eckhard Nagel
UBT
Prof. Dr. Eckhard Nagel ist der Vorsitzende des Gründungsvorstands.

Prof. Dr. Eckhard Nagel …

… (geb. 1960 in Hannover, Niedersachsen) ist seit Dezember 2022 Projektbeauftragter für den Aufbau einer Universitätsmedizin in Cottbus. Im Jahr 1987 promovierte er zum Doktor der Medizin, 1995 zum Doktor der Philosophie. Seit 1999 ist Nagel Inhaber des Lehrstuhls für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth, seit 2001 Geschäftsführender Direktor des dortigen Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften.

Er war unter anderem Chefarzt im Bereich Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Augsburg sowie Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen. Er war zudem Gründungsmitglied des Nationalen Ethikrates und Mitglied des Deutschen Ethikrates. Seit 2020 ist Eckhard Nagel Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für integrierte Versorgung im Gesundheitswesen.

Dr. Alexander Hewer
Klinikum Stuttgart
Dr. Alexander Hewer ist Kaufmännischer Vorstand der neuen Universität.

Dr. Alexander Hewer …

… (geb. 1975 in Kassel, Hessen) ist seit Mai 2023 Konzerngeschäftsführer Finanzmanagement der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH in Berlin. Zuvor war der Krankenhausmanager kaufmännischer Vorstand des Klinikums Stuttgart und in verschiedenen Funktionen an der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig. Dort leitete er von 2008 bis 2017 den Geschäftsbereich Finanzen und war unter anderem von 2009 bis 2018 Managing Director der World Health Summit Foundation.

Martin Peuker …

… (geb. 1973 in Ostberlin) war als Berater unter anderem bei der Siemens Business Services und Mummert Consulting AG tätig. Im Jahr 2006 wechselte der Wirtschaftsingenieur an die Charité Universitätsmedizin Berlin und leitete als stellvertretender CIO den Geschäftsbereich IT. In seiner Verantwortung lagen unter anderem alle administrativen IT-Verfahren für Verwaltung, Forschung und Lehre sowie die Entwicklung einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie.

Seit 2017 ist Peuker CIO der Charité und kümmert sich um eine kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Struktur im Gesundheitswesen. Sein Wechsel nach Cottbus steht Ende des Jahres an. Außerdem engagiert er sich im IT-Ausschuss des Verbandes der Universitätsklinika.

Andrea Stewig-Nitschke …

… (geb. 1967 in Cottbus, Brandenburg) ist Gesundheitsmanagerin und Krankenpflegerin und seit 1987 in verschiedenen Funktionen am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus tätig, darunter als Pflegerische Leiterin in der Zentralen Notaufnahme sowie im Intensiv-, Intermediate Care- und Notfallbereich.

Seit 2013 hat Stewig-Nitschke die Abteilungsleitung für den Bereich Unternehmensentwicklung/Ambulante Geschäftsfelder sowie die Pflegeleitung für den Bereich Ambulante Geschäftsfelder/Frauen- und Kinderklinik/Perinatalzentrum inne. Im Jahr 2015 wurde sie Pflegedirektorin der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH sowie Prokuristin und Mitglied der Krankenhausleitung. Sie ist unter anderem Mitglied im Bundesverband Pflegemanagement und im Zentrum für Qualität in der Pflege.

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey …

… (geb. 1955 in Bismark, Sachsen-Anhalt) ist Medizinsoziologin und Gerontologin. Seit 2002 war sie Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité-Universitätsmedizin Berlin und seit 2010 Wissenschaftliche Direktorin des Charité-Centrums für Human- und Gesundheitswissenschaften. Sie war zudem langjährige Prodekanin für Studium und Lehre der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Kuhlmey promovierte 1984 zu einem sozialgerontologischen Thema. Ihre Forschungsthemen sind insbesondere Gesundheit und Gesundheitsförderung im Alter sowie die Gesundheits- und pflegerische Versorgung alternder Menschen. Sie ist unter anderem Mitglied des Deutschen Zentrums für Altersfragen und war Mitglied im Deutschen Ethikrat.

Dr. Ulrike Gutheil …

… (geb. 1959 in Osterhagen-Ihlpohl, Niedersachsen) ist seit Mai 2022 Projektbeauftragte beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur für den Aufbau der Universitätsmedizin in Cottbus. Die Juristin war von 1989 bis 1999 bei der Max-Planck-Gesellschaft in München tätig, 1992 promovierte sie in Bremen zum Thema Dopingbekämpfung.

Sie war Kanzlerin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (jetzt BTU Cottbus-Senftenberg) und der Technischen Universität Berlin. Seit Dezember 2011 hat sie eine Honorarprofessur für Allgemeines Verwaltungsrecht, Hochschulrecht, Hochschulmanagement an der BTU inne. Von 2016 bis 2019 war sie Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landes Brandenburg. Gutheil ist Vorstandsmitglied im Verein zur Förderung des deutschen und internationalen Wissenschaftsrechts.

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