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Ortungssysteme im Krankenhaus

Diebstähle verhindern und die Sicherheit von Personal und Patienten erhöhen

Zu wissen, wo sich ein bestimmtes Bett befindet ist nützlich. Zu merken, wenn Krankenhausequipment das Gelände verlässt, ist Geld wert. Reagieren zu können, wenn ein Mensch vermisst wird oder ein Übergriff stattfindet, ist lebenswichtig. Die Technik dafür gibt es bereits. Wir stellen einige Anwendungsszenarien vor.

Sicherheit

Foto: Pixabay

Ortung von Betten über RFID-Gates

Hier steht der Dispositionsaspekt im Vordergrund, die Größe eines Bettes macht sein Auffinden in einem eingeschränkten Bereich vergleichsweise einfach. Das Bett wird mit einem passiven RFID-Chip bestückt, der nicht geladen werden muss, sondern lediglich ein elektronisches Signal mit seiner Nummer reflektiert. Passiert das Bett einen Messpunkt, in der Regel einen Durchgang (Gate), wird dies registriert.

Werden die Gates an den Zugängen zu Stationen und Funktionsbereichen installiert, ist mit einer cleveren Software bereits eine weitreichende Disposition mit den damit verbundenen Wegezeiten- und Bestandsoptimierungen möglich. RFID-Chips kosten wenige Euro, die Kosten für Gates können sich im vierstelligen Bereich bewegen, verschiedene Logistiksysteme können die Informationen bereits direkt einbinden.

Ortung von Rollstühlen über GPS

Rollstühle werden nicht nur im, sondern auch außerhalb des Gebäudes bewegt. Im Außeneinsatz ist damit eine Satelliten-Ortung mithilfe von GPS-Chips möglich. Auf einer Karte kann damit sichtbar gemacht werden, wo sich der Rollstuhl gerade befindet, theoretisch weltweit. Die Schwächen der GPS-Ortung kennt jeder Smartphone-User: Die Nutzung frisst Batteriekapazitäten, ein regelmäßiges Aufladen fordert im Krankenhaus Ladestationen und viel Disziplin. Zudem wäre eine Entfernung des Senders, z. B. bei Diebstahl, nur mit einer Festmontage zu verhindern. Zum Einsatz kommt die gleiche Technik übrigens auch bei der Ortung hinlaufgefährdeter Patienten. GPS-Module sind schon für unter 100 Euro erhältlich, hinzu kommt eine professionelle Ortungssoftware.

Ortung von Patienten über WLAN

WLAN-Netzwerke können so geplant werden, dass sie eine Triangulation zur Ortsbestimmung von WLAN-Sensoren ermöglichen, entsprechende Pilotprojekte gibt es bereits seit Jahren. Patienten tragen beispielsweise Ortungsarmbänder, die über Batterielaufzeiten von bis zu einem Jahr verfügen können. Auch Modelle mit Alarmknöpfen oder Benachrichtigungssensoren sind verfügbar, müssen jedoch täglich aufgeladen werden.

Neben dem Datenschutzaspekt (Patienten müssen ihrer Ortung zustimmen) spielt in der Anwendung eine Rolle, dass die Nutzung nur innerhalb der ausgeleuchteten Räumlichkeiten funktioniert. Der Gang in die Raucherecke oder zum Kiosk um die Ecke kann so zum ortungstechnischen Ausfall führen. Die wiederverwendbaren Armbänder kosten oft unter 100 Euro, mit der Ausleuchtung und Ausstattung eines Hauses mit einem ortungsfähigen WLAN sowie der Anschaffung einer geeigneten Software können jedoch oft erhebliche Kosten verbunden sein.

Alarmierung und Ortung bei Notfällen

Übergriffe auf Mitarbeiter, besonders in den Nachtstunden, sind leider keine Seltenheit mehr. Hier kann die vorgestellte WLAN Lösung helfen. Um dem Datenschutz Rechnung zu tragen, sollte die Anwendung den Standort des Mitarbeiters zwar laufend registrieren, jedoch nicht anzeigen und nach kürzester Zeit wieder löschen. Löst der Mitarbeiter einen Alarm an seinem Sender aus, wird der Standort angezeigt und ab diesem Moment verfolgt.

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