Georg Thieme Verlag KG

Hashtag GesundheitEs hapert an der Umsetzung von Nachhaltigkeitsideen

Laut einer neuen Umfrage von Hashtag Gesundheit müssen bereits jetzt vorhandene Ideen für mehr Nachhaltigkeit im deutschen Gesundheitssektor besser umgesetzt werden. Gerade Kliniken scheinen noch nicht genug sensibilisiert für ressourcenschonenderes Wirtschaften.

Nachhaltigkeit
Robert Kneschke/stock.adobe.com

Symbolfoto

Berge von Papierakten, Einwegmaterialien, hell beleuchtete Flure – das Gesundheitssystem ist kein Musterakteur, wenn es um Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit geht. Der Verein Hashtag Gesundheit hat deshalb die Branche nach ihrer Einschätzung des Stellenwerts der Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen befragt. Was funktioniert schon gut und wo es hakt es?

Einig sind sich die 91 Teilnehmenden darüber, dass das Thema Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen wichtig ist. Ihm sollte mehr Aufmerksamkeit zuteil werden, damit es Deutschland gelingt, die Klimaziele zu erreichen.

Krankenhäuser und Behörden auf den hinteren Plätzen

Bei vielen Arbeitgebern scheinen Nachhaltigkeitsüberlegungen bislang noch nicht ausreichend Eingang in laufende Geschäftsprozesse gefunden zu haben. Dabei bildeten die Teilnehmenden an der Umfrage ein breites Berufsspektrum von der Altenpflege (1,1 Prozent), Krankenkassen (9,9 Prozent), Behörden (1,1 Prozent) und ambulante Leistungserbringer (9,9 Prozent), bis hin zu Softwareherstellern (6,6 Prozent) und Hochschulen/Institute (12,1 Prozent) ab.

Besonders schlecht bewertet wurden Krankenhäuser und Behörden in ihrer Sensibilisierung und Handlungsbereitschaft gegenüber Umweltthemen. Sie erhielten von den Befragten im Schnitt Schulnoten von 3- bis 4. Besser hingegen schnitt die Pharma- und Medizintechnik-Branche ab.

Nachhaltigkeit für alle Altersgruppen relevant

Besonders hohe Zustimmung erfuhr die Aussage, dass Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen und im Privatumfeld einen großen Stellenwert einnehmen sollte. Auch wenn Nachhaltigkeit folglich für alle Altersgruppen von hoher Relevanz ist, lag die Zustimmungsrate bei der Altersgruppe der 40 bis 59-Jährigen am höchsten (durchschnittliche Schulnote: 1,4). Das konterkariert die häufige Annahme, dass Klimabewusstsein nur für Jüngere ein Thema wäre und zeigt die Notwendigkeit von generationenübergreifenden Maßnahmen sowie Lösungen, um der Klimakrise zu begegnen, auf.

Energetische Gebäudesanierungen 

Die Befragten gaben an, dass aktuell getroffene Maßnahmen, insbesondere die dringend notwendige energetische Sanierung von Immobilien, beispielsweise durch Photovoltaik und LED-Lampen, in den Blick genommen werden sollten. Häufig genannte Maßnahmen waren außerdem die Umstellung auf Ökostrom und ein nachhaltiges Abfallmanagement. Wichtig ist allerdings, dass das Thema Nachhaltigkeit und entsprechende Maßnahmen möglichst ganzheitlich und sektorenübergreifend berücksichtigt werden sollten.

Für mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeitskriterien

Und wie könnte das Gesundheitssystem nachhaltiger gestaltet werden? Darauf lautete die Antwort vieler Befragten: das Potenzial der Digitalisierung stärker nutzen. Digitale Prozesse könnten beispielsweise zur Reduzierung des Papierverbrauchs beitragenn. Insgesamt bergen effizientere Prozesse das Potenzial zur Ressourcenschonung z. B. indem unnötige Transporte von Patient*innen und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Als weitere Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen wurden Ideen, wie die Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien in Förderprogrammen oder in der Gesetzgebung (SGB) angegeben. Auch die Implementierung des Themas in Ausbildung sowie in Arbeitsabläufen könnte Nachhaltigkeit langfristig fördern.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!