
Krankenhäuser haben bei der Studie „Wie verständlich sind deutsche Pressemitteilungen?“ am schlechtesten abgeschlossen: mit einem durchschnittlichen Lesbarkeitsindex von 36,4 auf der Skala von 0 bis 100 Punkten. Der Gesamtdurchschnitt aller Branchen liegt bei 47,6 Punkten. Krankenhäuser liegen sogar hinter der Kategorie Logistik (vorletzter Platz) und der Rechtssprechung (drittschlechtester Platz).
„Unsere Daten zeigen: Absender und Empfänger im Gesundheitswesen sind gefährlich weit voneinander entfernt“, erklärt Gidon Wagner, Herausgeber der Studie und Geschäftsführer des Unternehmens Wortliga. „Besonders dort, wo Patienten klare Fakten brauchen, verwendet das Gesundheitswesen eine Sprache, die eher ausgrenzt als aufklärt. Ein Text über medizinische Notfälle oder Symptome darf nicht klingen und verwirren wie ein Gesetzbuch.“
Ein Text über medizinische Notfälle oder Symptome darf nicht klingen und verwirren wie ein Gesetzbuch.
Schachtelsätze und Passivkonstruktionen
Gründe für die schlechte Lesbarkeit seien laut der Studie: Klinik-Pressemitteilungen haben besonders lange Sätze, im Schnitt 15,8 Wörter pro Satz. Hinzu kämen viele Passivkonstruktionen sowie eine hohe Substantivdichte. Ein Beispiel über Bauchschmerzen habe durch Fachbegriffe und Schachtelsätze nur einen Score von 17 Punkten erreicht. Auch die Pharmaindustrie schneide mit 39,9 Punkten schlecht ab.
„Es ist ein Fehler zu glauben, dass schwierige Themen eine komplizierte Sprache brauchen“, so Wagner. Das zeige die Kategorie „Kraftstoffpreise“ der Studie. „Obwohl die Themen technisch sind, erreichen die Meldungen in diesem Bereich einen Wert von 62,5 Punkten. Hier schreiben die Autoren für die Verbraucher – ein Vorbild, von dem auch Kliniken profitieren können.“
In der Studie wurden Texte aus 109 Themenbereichen auf einer Skala von 0 bis 100 auf ihre Verständlichkeit geprüft. Sperrige Formulierungen wie Substantivierungen und Passiv-Sätze gaben Minuspunkte. Genauso wie Füllwörter und Adjektive, wenn sie sich stark häuften.
Texte mit weniger als 40 Punkten fallen nach Ansicht der Studienautoren in die Kategorie „zu schwer verständlich, um die Öffentlichkeit zu informieren“. Fast 12 Prozent aller untersuchten Texte fielen laut Mitteilung in diesen Bereich.






Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen