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AngstkulturMachtmissbrauch in Kliniken – wie das Schweigen Ärztinnen verdrängt

Mobbing, Ausgrenzung, sexuelle Belästigung: Machtmissbrauch in der Medizin ist in deutschen Kliniken Alltag. Doch die meisten Betroffenen schweigen. Eine Kinderneurochirurgin kämpft jetzt mit einer Petition für gesetzliche Konsequenzen. 

 

Ärztin in Arbeitskleidung steht mit verschränkten Armen im Krankenhausgang.
Aldeca Productions/stock.adobe.com
Symbolfoto

„Ich habe nichts mehr zu verlieren.“ Das ist einer der ersten Sätze, den Dr. Kara Krajewski im Gespräch fallen lässt. Die habilitierte Kinderneurochirurgin ist eine von 24 Expertinnen und Experten dieses Fachgebiets in Deutschland. Trotzdem hat Kara Krajewski sich an den Gedanken gewöhnt, in Deutschland nie mehr diesen Beruf auszuüben. 

Weil sie aus dem System gedrängt wurde – und nun offen und, als eine der wenigen, nicht unter dem Deckmantel der Anonymität über strukturellen Machtmissbrauch in der Medizin spricht. Wenn Krajewski von ihren Erlebnissen erzählt, wirkt sie noch immer perplex, dass ihr so etwas widerfahren ist. Sie, die sich immer über ihre Leistung definiert hat, stieß plötzlich an Grenzen, weil sie Frau und später Mutter war.

Sie sieht sich ein bisschen als Rebellin, will etwas verändern, bewährte Strukturen durchbrechen und Menschen aufrütteln. Bei anderer Gelegenheit beschreibt sie sich als Außerirdische. Weil sie als Fremde in unser Gesundheitssystem gekommen ist, dieses von außen betrachtet und bewertet, unter welchen Umständen man hier eigentlich arbeitet – und immer wieder erstaunt ist, was man alles als normal hinnimmt. 

Plötzlich die Frau mit dem süßen Akzent; dann „Teilzeit-Mutti“

Als Amerikanerin spürte sie in Deutschland sofort einen Unterschied: Während ihr an der Universität in den USA auf Augenhöhe begegnet worden sei und man sich auf fachlicher Ebene mit ihr ausgetauscht habe, war sie in Deutschland plötzlich die Frau mit dem süßen Akzent, die nach einem Projektvortrag statt wissenschaftlicher Fragen eher Kommentare zu ihrem Outfit erhielt. Sie blickte anfangs darüber hinweg, hielt das für Marotten des damaligen Teams. 2011 trat sie ihre erste Assistenzstelle an einem Universitätsklinikum an, war eine aufstrebende Ärztin, die von ihren Vorgesetzten gefördert wurde.

Das änderte sich mit der ersten Schwangerschaft. Ihr Chef riet ihr, sich erst einmal von dem Schock zu erholen. Dabei freute sich Krajewski auf das Kind. Mit dem zweiten Kind und der Bitte, ihre Arbeitszeit von 48 auf 40 Wochenstunden zu reduzieren, kam ihre Facharztausbildung ins Stocken. Sie wurde kaum noch für wichtige Operationen eingeteilt, als Teilzeit-Mutti betitelt. Ein Vorgesetzter bot ihr an, sie öfter als Operateurin einzutragen, wenn sie sich ausziehen würde. Kara Krajewski wendet sich früh an die Gleichstellungsbeauftragte. 

Der Rat, den sie erhält: Sie solle entweder das Fach oder die Klinik wechseln. 2018 wechselt sie tatsächlich in ein anderes Universitätsklinikum, möchte dort endlich Fachärztin werden. Dieses Ziel erreicht Krajewski 2020, obwohl sie auch an ihrem neuen Arbeitsplatz Diskriminierung erlebt.

Du bist so kurz vor dem Facharzt, halte durch.

Sie beschreibt, wie ein Oberarzt sie unsittlich berührte. „Ich habe danach die einzige Oberärztin vor Ort gefragt, was ich tun kann. Und sie meinte zu mir: ‚Du bist so kurz vor dem Facharzt, halte durch.‘ Da gab es nur ein Schulterzucken“, beschreibt Krajewski die Situation. An einem Kinderkrankenhaus habilitiert sie schließlich. Aber auch als Oberärztin wird sie mit Machtspielen konfrontiert. Es herrschte ein Klima der Angst. Niemand habe sich getraut, offen Kritik zu üben.

Zum Beispiel, weil eine OP aus Krajewskis Sicht aus wirtschaftlichen Gründen induziert wurde, obwohl sie für das Kind nicht notwendig gewesen wäre. Das kommt für Krajewski nicht in Frage. Nach drei Jahren wird sie aus verhaltensbedingten Gründen gekündigt – nachdem sie Missstände gemeldet hatte. Sie geht mit ihrer Anwältin gegen ihre Kündigung vor, Kolleginnen und Kollegen aus OP und Pflege sammeln Unterschriften für sie. 

Zuletzt einigen sich beide Parteien auf eine Abfindung, obwohl sie vor dem Arbeitsgericht wohl gute Chancen gehabt hätte. Nachdem sie eine Krebsdiagnose erhalten hatte, möchte Kara Krajewski jedoch lieber ihre Familie absichern.

Keine Einzelfälle

Ist ihre Geschichte ein Einzelfall? In der Komplexität vielleicht. Aber bereits im vergangenen Jahr haben zwei Umfragen des Marburger Bundes gezeigt, dass Machtmissbrauch in der Medizin ein systematisches Problem ist, das vielen Ärztinnen und Ärzten im Alltag begegnet. Der Marburger Bund Hamburg führte im vergangenen Juli eine Mitgliederumfrage zu Machtstrukturen und Führungskultur in Kliniken durch. 

Rund 87 Prozent der Teilnehmenden hatten Machtmissbrauch oder ungerechtfertigte Einflussnahme erlebt oder beobachtet, davon 36 Prozent vereinzelt und 51 Prozent mehrfach. 81 Prozent hatten in ihrer ärztlichen Laufbahn bereits rassistische, sexistische oder andere sachfremde Kommentare gehört. 

Bei einer Blitzumfrage des Landesverbands Bayern war das Ergebnis ähnlich: 86 Prozent der Befragten hatten Machtmissbrauch oder ungerechtfertigte Einflussnahme in der Klinik erlebt oder beobachtet. In offenen Kommentaren berichteten Teilnehmende von Abhängigkeiten, fehlender Kommunikation und willkürlichen Entscheidungen.

Machtmissbrauch durch Vorgesetzte

Wie groß dieses Problem tatsächlich ist, konnte bisher nicht abgeschätzt werden, Statistiken dazu gibt es keine. Deshalb führte der Marburger Bund von Februar bis März dieses Jahres eine bundesweite Studie zum Thema „Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung am ärztlichen Arbeitsplatz“ durch. Darin sollte geklärt werden, wie verbreitet Grenzüberschreitungen durch ärztliche Beschäftigte sind und wie Ärztinnen und Ärzte damit umgehen. 

Mehr als 9000 Mitglieder nahmen an der Befragung teil, 90 Prozent von ihnen arbeiten in einem Krankenhaus. Der Befund war deutlich: Fast jeder Zweite (49 Prozent) gab an, in den vergangenen zwölf Monaten persönlich Machtmissbrauch erlebt zu haben, sexuelle Belästigung kam bei 13 Prozent vor. Überwiegend handelte es sich nicht um einmalige, sondern um wiederkehrende Vorfälle am Arbeitsplatz. 

Die Bandbreite der Grenzverletzungen war groß. Die drei am häufigsten genannten Erscheinungsformen von Machtmissbrauch waren ein respektloser und herablassender Umgangston, gefolgt vom Infragestellen der Kompetenz der Betroffenen ohne sachlichen Grund sowie Mobbing und öffentliche Bloßstellung. 

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Weitere Beschreibungen wie eine unfaire Dienst- und Urlaubsplanung, der Entzug beziehungsweise die Verzögerung von Weiterbildungs-, OP- oder Rotationsmöglichkeiten ohne sachliche Begründung oder die Benachteiligung aufgrund der familiären Situation zeigen, wie sehr der berufliche Alltag durch Machtmissbrauch beeinträchtigt werden kann. 

Bei der sexuellen Belästigung handelte es sich laut Betroffenen überwiegend um sexualbezogene Kommentare oder abwertende Sprüche, gefolgt von unerwünschten Erzählungen mit sexuellem Inhalt. Am dritthäufigsten war die Beschreibung von unerwünschter körperlicher Nähe und scheinbar zufälligen Berührungen.

Männer dominieren laut Umfrage als Handelnde bei Machtmissbrauch

In neun von zehn Fällen geht Machtmissbrauch von Vorgesetzten aus, bei sexuellem Missbrauch sind es rund zwei Drittel. Dass Männer laut Umfrage bei beidem als Handelnde dominieren, wurde bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Umfrage im April nicht als große Überraschung, sondern als Hinweis auf strukturelle Probleme gewertet. 

Wir sehen, dass ein unzureichendes Bewusstsein der Grenzverletzungen fortbesteht. Oft verbunden mit veralteten Rollenbildern, die mit einer Arbeitswelt, in der eigentlich Gleichberechtigung herrschen soll, nicht vereinbar ist.

Denn noch immer werden Führungspositionen überwiegend durch Männer besetzt. Ein großer Teil der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung hingegen ist weiblich. Hierarchische Strukturen mit großen Abhängigkeiten begünstigen gerade im Krankenhaus Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung. „Wir sehen, dass ein unzureichendes Bewusstsein der Grenzverletzungen fortbesteht. Oft verbunden mit veralteten Rollenbildern, die mit einer Arbeitswelt, in der eigentlich Gleichberechtigung herrschen soll, nicht vereinbar ist“, so Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.

Die schweigende Mehrheit

Ein weiterer Befund: Die Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte schweigt. „Sie schweigt im Arbeitsalltag. Nicht, weil nichts passiert wäre, sondern weil sie keine Konsequenzen erwarten. Weil sie berufliche Nachteile befürchten. Weil sie es mit Strukturen zu tun haben, in denen diejenigen, die sie eigentlich zu schützen haben, nicht selten Teil des Problems sind“, sagt Susanne Johna.

Nur 26 Prozent der Betroffenen, die selbst Machtmissbrauch erlebt hatten, meldeten die Vorfälle. Insgesamt fühlten sich 65 Prozent der Umfrageteilnehmenden unsicher, machtmissbräuchliches Verhalten anzusprechen. Bei sexueller Belästigung wagten nur 16 Prozent der Betroffenen, Vorfälle zu melden. 

Diese Kultur des Schweigens macht ein Problem sichtbar: Vorhandene Meldestrukturen sind offenkundig nicht so aufgebaut, dass sie von den Meldenden – seien es Betroffene oder Zeugen – als wirkmächtig und vertrauensvoll eingeschätzt werden. 

Diese Erfahrung hat auch Kara Krajewski gemacht. Sie selbst hatte alle zur Verfügung stehenden Instanzen durchlaufen, um Hilfe zu suchen: Vorgesetzte, Gleichstellungsbeauftragte, Ombuds- und Whistleblower-Stelle. „Aber alle sind konzernintern. Deswegen kam ich irgendwann zu dem Punkt, an dem ich gesagt habe: ‚Ich kann nicht mehr.‘ Es kann doch nicht sein, dass es nichts bringt, wenn man etwas meldet.“ 

Täter-Opfer-Umkehr

Es kam zu einer Täter-Opfer-Umkehr: Ihr wurde vermittelt, dass sie das Problem sei – und nicht etwa das Überschreiten persönlicher Grenzen durch Vorgesetzte. Kara Krajewski wurde als prüde bezeichnet. Als jemand, die keinen Spaß versteht. Als schwierig.

Die Kultur des Schweigens vergleicht sie mit dem Bystander-Effekt – alle sehen hin, niemand hilft. „Auf Visite kann man angeschrien werden, alle gucken sich an. Und wenn keiner was sagt, wird die Hemmschwelle, selbst etwas zu tun, immer größer. Ich bin den Menschen dankbar, die ihren Mund aufgemacht haben.“ Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, macht Krajewski anderen nicht zum Vorwurf. 

 In der Abhängigkeit, in der wir arbeiten, ist diese Angst sehr groß.

„Eine alleinerziehende Krankenschwester hatte bei meiner letzten Arbeitsstelle sehr viel mitbekommen und meinte, es täte ihr sehr leid, aber sie könne nicht für mich aussagen. Weil sie einfach nicht riskieren könne, ihren Job zu verlieren. Das verstehe ich. In der Abhängigkeit, in der wir arbeiten, ist diese Angst sehr groß.“ 

Am Ende leiden die Patienten

Seitdem sie mit dem Thema Machtmissbrauch in der Medizin an die Öffentlichkeit gegangen ist, erreichen sie viele Nachrichten von Ärztinnen und Ärzten, die ebenfalls Machtmissbrauch erfahren haben. Durch ihre eigenen Beobachtungen und die Schilderungen von anderen ist sie sich sicher: Am Ende leiden dadurch die Patienten. Weil man sich nicht traue, etwas anzusprechen. Wenn der Chef zum Beispiel eine veraltete OP-Methode durchführt. Weil Informationen über Patienten nicht mehr ausreichend ausgetauscht werden, wenn das Miteinander erst einmal gestört ist. „Diese Machtstrukturen sind nicht gut für Patienten. Sie sind nicht gut für Fehlerquoten“, sagt Kara Krajewski.

Wegschauen kostet Fachkräfte

Laut der bundesweiten Umfrage des Marburger Bundes führte Machtmissbrauch auch zum Wunsch die Abteilung oder Klinik zu wechseln, vielleicht sogar ganz aus der stationären Versorgung auszusteigen. Betriebswirtschaftliche Aspekte sollten bei der Thematik deshalb ebenfalls nicht vernachlässigt werden. 

Es fallen Betriebskosten an, wenn es durch Machtmissbrauch zu Arbeitsausfällen, reduzierter Arbeitsleistung oder gar Kündigung kommt. Außerdem werden qualifizierte Arbeitskräfte verdrängt und stehen somit nicht mehr für die Patientenversorgung zur Verfügung. Wird die strukturelle Ungleichbehandlung von Ärztinnen noch einmal gesondert betrachtet, lässt sich aufgrund des hohen Frauenanteils in den kommenden Ärztegenerationen nur noch eine Verschärfung der Situation befürchten. 

Chirurginnen, die kellnern gehen

Auch Kara Krajewski kennt Chirurginnen, die mittlerweile kellnern gehen, weil sie die Arbeitsatmosphäre in der Klinik psychisch nicht mehr ausgehalten haben. „Es gibt so viele Fachkräfte, die ausgebremst wurden.“

Es gibt so viele Fachkräfte, die ausgebremst wurden.

Das muss sich ändern. Susanne Johna spricht von einem „tatsächlichen Kulturwandel“ und fordert von Krankenhäusern, klare Leitbilder und betriebliche Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen: „Wir brauchen Strukturen, die Vertrauen schaffen, niedrigschwellige Meldemöglichkeiten und verbindliche Verfahren mit echten Konsequenzen.“ Betriebsräte, Beschwerdestellen und Geschäftsführungen sollten enger zusammenarbeiten und vor allem präventiv wirksam werden.

Arbeitnehmerschutz ausbaufähig

Kara Krajewski möchte noch mehr erreichen: „Man muss diese Probleme ernstnehmen. Wenn so viele Ärztinnen und Ärzte davon in Umfragen berichten, dann muss man auch etwas dagegen unternehmen.“ Deshalb hat sie zusammen mit drei Mitstreitern im vergangenen September die Petition „Gegen Machtmissbrauch in der Medizin“ erstellt. „Machtmissbrauch hat einfach keine Konsequenzen. Es wird von allen geduldet, auch durch diese wahnsinnige Angstkultur“, sagt Krajewski. 

Bestehende Gesetze greifen aus ihrer Sicht nicht ausreichend bei diesem Thema. So erfasse beispielsweise das Strafrecht Sexualstraftaten, subtilere Formen sexueller Belästigung hingegen oft nicht. Zwar könnten einzelne herabwürdigende Äußerungen Beleidigungen darstellen, eine systematische Diskriminierung erfülle jedoch Tatbestände der Beleidigung oder Verleumdung nur in Ausnahmefällen. Auch Nötigung greife zu kurz, weil alltäglicher Machtmissbrauch oft subtiler stattfinde und nicht an einzelne konkrete Drohungen gekoppelt sei.

Schon heute schreibt das Arbeitsrecht Arbeitgebern vor, ihre Mitarbeitenden vor herabwürdigendem Verhalten zu schützen. Sobald sie Kenntnis von beispielsweise Mobbing haben, sind sie verpflichtet, der Meldung nachzugehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll vor Diskriminierung schützen. 

Das Hinweisgeberschutzgesetz ist dazu gedacht, Beschäftigte, die auf Missstände im Unternehmen und auf Rechtsverstöße aufmerksam machen, beispielsweise vor Kündigung oder Mobbing zu schützen. Doch im derzeitigen System können diese Gesetze laut Krajewski nicht wirkungsvoll umgesetzt werden. Zum einen liegt die Beweiskraft bei den Betroffenen. Und diese scheitern häufig daran, Vorkommnisse wie Mobbing lückenlos darlegen zu können. Auch, weil viele nicht bereit sind, als Zeugen auszusagen. Damit können Rechte nur schwer oder auch gar nicht geltend gemacht werden. Zum anderen sind die internen Meldestellen der Krankenhäuser nicht neutral, da deren Ansprechpersonen oft ebenfalls in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber stehen.

In der Petition wird daher gefordert, durch gesetzliche und strukturelle Maßnahmen den Schutz vor Machtmissbrauch in der Medizin wirksam umzusetzen. Unter anderem wird dort die Schaffung eines neuen Straftatbestands „Machtmissbrauch in der Medizin“ angeregt oder alternativ dazu ein umfassender Ordnungswidrigkeitentatbestand mit hohen Bußgeldern. Weiterhin wird für die Anpassung bestehender Schutzvorschriften und der Beweislast plädiert. So wäre eine Beweislastumkehr denkbar oder zumindest die Beweiserleichterung für Betroffene. 

Es brauche externe, unabhängige Meldestellen und verbindliche Sanktionen bei Organisationsverschulden. Das heißt, vorsätzlicher Machtmissbrauch von Chefärzten, Geschäftsführungen und leitenden Angestellten solle konsequent strafrechtlich oder als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, ist in der Petition zu lesen.

Auch, wenn ich die Tätigkeit als Chirurgin vermisse, möchte ich nicht dahin zurück. Das Leben ist zu kurz, um so behandelt zu werden.

Erste Erfolge sind bereits zu vermelden: Kara Krajewski hat Kontakt zu den gesundheitspolitischen Sprechern von CDU, SPD und den Grünen in Hamburg aufgenommen. Eine unabhängige Meldestelle ist als Pilotprojekt in der Hansestadt angedacht, weitere Aspekte der Petition werden auf Umsetzbarkeit geprüft. Krajewski hat festgestellt, dass sich nur etwas bewirken lässt, wenn man an die Öffentlichkeit geht. Bereut hat sie diesen Schritt nicht. Krajewski arbeitet mittlerweile in der Palliativmedizin. Für sie ist das eine erfüllende Tätigkeit: „Auch, wenn ich die Tätigkeit als Chirurgin vermisse, möchte ich nicht dahin zurück. Das Leben ist zu kurz, um so behandelt zu werden.“

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