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UnternehmensentwicklungWelche Rolle spielt Digitalisierung in Veränderungsprozessen im Krankenhaus?

Im Gespräch mit Andreas Walter, Senior Manager der 4C Group und Experte für Unternehmensentwicklung & -steuerung, über Unternehmensentwicklung im Krankenhaus und welche Rolle die Digitalisierung hier einnimmt.

Andreas Walter
Polavis

Andreas Walter, Senior Manager der 4C Group und Experte für Unternehmensentwicklung & -steuerung.

Welche Rolle hat Digitalisierung in Veränderungsprozessen im Krankenhaus?

In Krankenhäusern laufen eigentlich permanent Veränderungsprozesse, weil sich jedes Haus auf die entsprechenden Rahmenbedingungen, Gesetzgebungen und Initiativen einstellen muss. Zudem müssen Krankenhäuser mit dem Fachkräftemangel fertig werden. Das heißt, Veränderungen richtig zu managen ist eigentlich die Kernfrage und nicht, ob man einen Veränderungsprozess einleitet. Die Digitalisierung ist hier fast immer ein Bestandteil von Veränderungsprozessen.

Es gibt keine Veränderungsprozesse mehr, wo man nicht auch im weitesten Sinne über IT und die Systemunterstützung nachdenkt. Eine Frage ist: Wie weit denkt man? Und kann die Digitalisierung tatsächlich auch durch Transformation, wie sie klassisch gemeint ist, , mit der Veränderung neue Anwendungsfelder schaffen, die Prozesskette der Krankenhäuser verlängern, verändern und neue Aufgabenbereiche unterstützen?

Hier gibt es großes Potenzial, durch Digitalisierung weitere Prozessschritte neu auszurichten, sodass sie für die Mitarbeiter, aber auch für Patienten besser ablaufen und eine Erleichterung darstellen – sei es in Qualität, sei es in Service oder einfach durch mehr Zufriedenheit. Aber auch beim Datenaustausch mit Partnern der Krankenhäuser, wie niedergelassenen Ärzten oder Pflegeeinrichtungen, können Prozessoptimierungen durch die Digitalisierung unterstützt werden.

Kann das auch in schwierigen Unternehmenssituationen helfen?

Wir helfen Krankenhäusern häufig, wenn es finanziell schwierig wird und auch in komplexen und intransparenten Situationen, die am Ende dazu führen, dass Krankenhäuser in einer Defizitlage sind. Dann muss man in der Regel mit den Grundthemen anfangen, mit den Hausaufgaben. Nicht nur im medizinischen, sondern auch im administrativen Bereich: Viele Dinge unter die Lupe nehmen und schauen, ob sie richtig aufgestellt sind, ob sie effizient laufen und ob es Alternativen für die Abwicklung und Umsetzung gibt. Da kann die Digitalisierung in einem Teil der Bereiche sicherlich helfen. Vor allem wenn es um das Thema Prozesseffizienz oder Transparenz geht.

Das heißt, über Steuerungsinformationen den Menschen im Arbeitsalltag die Informationen geben, die sie für eine bessere Entscheidung brauchen. Zum Beispiel, wo ist das nächste Bett, das ich mit einem Patienten aus der Notaufnahme belegen kann? Welche Logistikaufträge im Krankenhaus müssen ausgelöst werden? Und im Sinne des Verweildauermanagements, sodass die Ärzte und die Pflegenden optimal über den Zustand des Patienten und über die notwendigen weiteren Schritte informiert sind. In anderen Bereichen, wo es tatsächlich um die Grundaufstellung des Krankenhauses geht, würden sich alle natürlich eine bessere Unterstützung durch die IT wünschen.

Das betrifft dann auch die Patientenakte und den klinischen Arbeitsplatz. Da ist noch viel Luft, sodass die Digitalisierung dort eigentlich zunächst nur in den Ein- und Ausgangspunkten die bestehenden Kernprozesse unterstützen kann.

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