Georg Thieme Verlag KG

Aktionsbündnis PatientensicherheitDeutscher Preis für Patientensicherheit 2021 verliehen

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2021 vergeben. Der erste Platz ging an das Telemedizin-Projekt TELnet@NRW der Unikliniken RWTH Aachen und Münster (UKM).

APS Patientenpreis TELnet@NRW
Universitätsklinikum Münster

Der erste Platz des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2021 ging an die Initiative TELnet@NRW.

 

Ein zweiter Blick, ein Moment verstärkter Aufmerksamkeit - oft reichen bereits Kleinigkeiten aus, um Fehler im klinischen Alltag zu vermeiden und die Sicherheit der medizinischen Behandlung zu erhöhen. Projekte, die sich der Patientensicherheit verschrieben haben, zeichnet das Aktionsbündnis Patientensicherheit jedes Jahr mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit aus.

Erster Platz für Projekt der Universitätskliniken RWTH Aachen und Münster 

Der mit 10 000 Euro dotierte erste Preis ging in diesem Jahr an die Initiative TELnet@NRW. Das sektorenübergreifende digitale Gesundheitsnetzwerk unter Leitung von Professor Dr. Gernot Marx vom Aachener Universitätsklinikum habe gezeigt wie auch digitale Tools zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen könnten. Ziel des Netzwerks sei es, den Zugang zu qualifizierter medizinischer Versorgung besonders in den Bereichen der Intensivmedizin und der Infektiologie zu verbessern, für die in ländlichen Gebieten meist keine Fachärzte zur Verfügung stehen.

TELnet@NRW biete Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsfachkräften die Möglichkeit, sich über gesicherte Datenleitungen rund um die Uhr fachlich auszutauschen, um besonders die infektiologische Expertise auch abseits der Zentren verfügbar zu machen. Das Projekt lief von Januar 2017 bis März 2020. In diesem Zeitraum wurden über 150 000 Patientinnen und Patienten aus dem ambulanten und stationären Bereich in das Projekt eingeschlossen.

„Die Zukunft liegt in den Telemedizinische Anwendungen und Audio-Videokonferenzen. Sie ermöglichen es, medizinisches Fachwissen unter medizinischem Personal auszutauschen und über therapeutische Ansätze bei Patienten zu entscheiden, und zwar ohne, dass der Patient selbst den aufwändigen und belastenden Transport in ein spezialisiertes Zentrum auf sich nehmen muss“, sagt Hecker.

Zweiter Platz für Projekt „Stop-Injekt der Asklepios-Kliniken

Der zweite Platz, der mit einem Preisgeld von 6 000 Euro verbunden ist, ging an das Projekt „Stop-Injekt Check“ – ein Konzept zur Vermeidung von Fehlern bei der Verabreichung von intravenösen Injektionen. Im Rahmen des Projekts, das vom InPASS Institut für Patientensicherheit und Teamtraining entwickelt und in allen Asklepios-Kliniken bundesweit umgesetzt wurde, wird medizinisches Personal geschult, sich unmittelbar vor jeder intravenösen Injektion folgende Frage zu stellen: Bin ich mir ganz sicher, dass ich den richtigen Zugang und das richtige Medikament in der richtigen Konzentration für den richtigen Patienten in Händen halte? „Injektionsfehler zählen zu den häufigsten und folgenschwersten vermeidbaren Zwischenfällen, die zu Patientenschäden führen “, sagt Hecker. „Stop-Injekt Check“ habe bereits in den ersten Wochen nach seiner Einführung bei Asklepios bewiesen, dass es das Risiko für falsche Injektionen um eine Vielzahl zum Teil folgenschwere Medikationsfehler pro Jahr reduzieren könne.

Dritter Platz für E-Mail-Alarm-System der Berliner Charité 

Mit dem dritten Preis, der mit 3 500 Euro dotiert ist, wurde ein an der Berliner Charité entwickeltes und eingesetztes elektronisches System ausgezeichnet, mit dem das gehäufte Auftreten von Krankheitserregern detektiert werden kann. Das von Dr. rer. medic. Michael Behnke entwickelte CLAR (Cluster-Alarm-System) schlägt per E-Mail-Alarm, wenn es in einer Station oder einem Klinikbereich zu ungewöhnlichen Erregerhäufungen kommt. Im Zusammenspiel mit anderen Systemen ermöglicht CLAR auch die krankenhausweite Echtzeit-Überwachung multiresistenter Erreger, sowie die stationsgenaue Erstellung von Erregerstatistiken – „ein wesentlicher Beitrag zur Früherkennung und Bekämpfung von problematischen Krankenhauskeimen“, so Hecker.

Der diesjährige Nachwuchspreis (500 Euro) ging an den Münchener Humanbiologen Dr. Dominik Bauer für seine Dissertation zu den „Auswirkungen einer intersektoralen pharmakotherapeutischen Betreuung durch Apotheker auf die Symptomlast von Palliativpatienten“.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!