Uniklinik des Saarlandes

Roboter hilft bei Nierentransplantation

An der Uniklinik des Saarlandes (UKS) sind erstmals in Deutschland zwei Nieren mit Roboterunterstützung transplantiert worden. Die Gesamtzahl dieser roboter-assistierten Operationen liege in Europa bislang noch bei unter 30, teilte die Uniklinik mit.

Die Eingriffe in Homburg hat Alberto Breda aus Barcelona unterstützt, der die Operationstechnik im Sommer 2015 an seiner Klinik etabliert hat, hieß es weiter. Deutschland sei das vierte europäische Land, das diese hochmoderne Operationstechnik während der vergangenen beiden Jahre für Nierentransplantationen eingesetzt habe. „Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Roboterchirurgie können in zunehmendem Umfang auch komplexe Operationen minimal-invasiv durchgeführt werden", sagt Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie in Homburg/Saar.

 

Robotik für immer mehr Fälle geeignet

Die Etablierung des „daVinci“-Operationsroboters begann vor etwa zehn Jahren mit der Einführung der roboter-assistierten Prostatakarzinomoperation. Seither sei das Spektrum roboter-unterstützer Operationen auch in Homburg stetig erweitert worden. "Blasenkrebsoperationen lassen sich inzwischen minimal-invasiv durchführen, auch die Bildung von Ersatzblasen", erklärt der stellvertretende Klinikdirektor Stefan Siemer. Darüber hinaus seien die rekonstruktive Chirurgie von Abflussstörungen des Nierenbeckens und die Nierentumorchirurgie fast vollständig auf den minimal-invasiven Zugangsweg umgestellt worden. Seit 2010 werden demnach auch Spendernieren-Entnahmen für die Lebendspendentransplantation roboter-assistiert durchgeführt.

 

Deutlich bessere Sichtverhältnisse

Neben der Minimierung des Zugangstraumas habe die Operationstechnik bei der Nierentransplantation weitere Vorteile, betont Michael Stöckle: "So erlauben die gegenüber der offenen Operation deutlich verbesserten Sichtverhältnisse eine subtilere Gefäßnaht beim Anschluss der Blutgefäße des Transplantats an die Blutgefäße des Empfängers. Zum anderen sollten sogenannte Lymphocelen, also Ansammlungen von Lymphflüssigkeit um das Transplantat, bislang eine der häufigsten Komplikationen der Nierentransplantation, deutlich seltener werden." Da die minimal-invasive Transplantation von der freien Bauchhöhle aus durchgeführt werde, könne die Lymphflüssigkeit in die Bauchhöhle abfließen und dort resorbiert werden.

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