Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

KlimaschutzHelios reduziert Emissionen durch Narkosegasfilter

Helios rüstet 600 Narkosegeräte mit Aktivkohlefiltern aus, um klimaschädliche Anästhesiegase aufzufangen und zu recyceln. Der Klinikverbund will so bis zu 2000 Tonnen CO₂ einsparen und seinen OP-Betrieb deutlich klimafreundlicher gestalten.

Narkosegase Helios
Helios Kliniken
Helios hat das Recycling von Narkosegasen in einer Pilotregion seit 2023 getestet.

Narkosegase zählen zu größten direkten Emissionsquellen in Krankenhäusern. Deshalb stattet Helios ab Mitte 2026 rund 600 Anästhesiegeräte in 36 Häusern bundesweit mit Aktivkohlesystemen aus. Die Technologie bindet entweichende Anästhesiegase in speziellen Filtern und führt sie anschließend einem Recyclingprozess zu – anstatt sie ungenutzt in die Außenluft abzugeben.

Die betroffenen Kliniken verursachten im Jahr 2025 rund 80 Prozent der CO₂-Emissionen im Bereich Narkosegase. Entsprechend hoch ist das Einsparpotenzial: „Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, um unsere direkten Emissionen um bis zu 2000 Tonnen zu senken“, erklärt Dr. Elke Frank, Chief Sustainability Officer und Personal-Geschäftsführerin bei Helios.

Breiter Rollout nach erfolgreicher Pilotphase

Bereits 2023 testete Helios die Aktivkohletechnologie in 19 Kliniken der Region Ost. 2025 folgte die vollständige Ausstattung der Intensivstationen. Nun steht die Integration in den Operationssälen an – bis 2026 soll der Prozess abgeschlossen sein.

Mehr zum Thema:

Laut Frank ist der Umstieg für das klinische Personal unkompliziert: „Für Mitarbeitende und Patienten ändert sich kaum etwas, denn die Systeme sind medizinisch anerkannt, sicher und einfach in der Anwendung. Wir unterstützen den Prozess außerdem mit digitalen Schulungen.“

Die Rückgewinnung von Narkosegasen ist nur eine Säule der Helios-Strategie zur Reduktion der OP-bezogenen Klimawirkung. Der Konzern setzt parallel auf weitere Maßnahmen: Den Verzicht auf Lachgas seit 2024, die konsequente Nutzung von Minimal-Flow-Anästhesie, um Frischgasverbrauch zu senken und die Abschaffung des besonders klimaschädlichen Desflurans ab 2026.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen