
Beim 48. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf steht heute die Pflege im Fokus. Fachvertreter betonten, dass eine sichere Patientenversorgung nur mit einer ganzheitlichen und sektorenübergreifenden Organisation gelingen könne. Das geht aus einer Mitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft hervor.
Dr. Sabine Berninger, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Südost (DBfK) wies darauf hin, dass professionelle Pflegeversorgung und Pflegequalität kein Luxus seien. „Sie sind kein optionaler Wohlfühlfaktor, sondern die Grundlage jeder sicheren Patientenversorgung.“ Wer das nicht verstehe und die Pflege nicht neu denke, gefährde nicht nur die Attraktivität der Pflegeberufe, sondern die Versorgung der gesamten Bevölkerung. Berningers Fazit: Eine Krankenhausreform, die Pflege nicht konsequent mitdenkt, greift zu kurz.
Neues Selbstbewusstsein
Die neue Rolle aber auch das neue Selbstbewusstsein der Pflege zeigte sich in der Aussage von Leah Dörr, Vorstandsmitglied der Pflegekammer NRW. „Ich bin kein Mini-Doc, ich bin eine Big Nurse“. An diesem neuen Rollenverständnis werden sich nicht nur Gesetzgebung, sondern auch der Alltag und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen messen lassen müssen.
Jens Albrecht, Vizepräsident der Pflegekammer NRW, hob die Bedeutung präventiver Ansätze und pflegerischer Lotsen hervor. „Pflegefachpersonen können interdisziplinär vernetzen, koordinieren und diese Strukturen langfristig festigen – ein entscheidender Beitrag für ein zukunftsfähiges Versorgungssystem“, so Albrecht.
Barbara Steffens von der Techniker Krankenkasse (TK) plädierte für effizientere Strukturen und eine mutige Aufgabenverteilung. Der Blick in andere Länder zeige, dass vieles möglich ist, wenn man sich traut, Aufgaben neu zu verteilen und mutiger zu organisieren, so die Leiterin der Landesvertretung NRW der TK.
Entscheidend ist, dass wir die Menschen in ihren Lebensrealitäten abholen.
Lina Gürtler aus dem Bundesvorstand des DBfK forderte umfassende Anpassungen mehrerer Sozialgesetzbücher, um echte Schnittstellen zu schaffen. „Entscheidend ist, dass wir die Menschen in ihren Lebensrealitäten abholen – und diese orientieren sich nun einmal nicht an Paragrafen einzelner Sozialgesetzbücher.“ Zudem müsse die Finanzierung neu gedacht werden: „Wir müssen endlich den gesamten Pflegeprozess finanzieren – inklusive Beziehungsarbeit und Zeit für Abstimmungen an den Schnittstellen, sagte Gürtler. „Im Moment werden wir beispielsweise nicht dafür bezahlt, in der Apotheke Rezepte zu klären oder mit Ärztinnen und Ärzten darüber zu sprechen, warum eine Verordnung nicht ausgestellt werden kann.“ Hier brauche es dringend Reformen.








Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen