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Care Regio-ProjektNetzwerk forscht zur digital unterstützten Pflege

Das Universitätsklinikum Augsburg ist Teil des Projektes Care Regio, durch das eine Leitregion für die digital unterstützte Pflege der Zukunft entstehen soll. Ein Teilprojekt ist der digitale Pflegeüberleitungsbericht.

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Das Universitätsklinikum Augsburg ist Teil des Verbundprojektes Care Regio. In Bayerisch Schwaben entsteht mit dem Projekt eine Leitregion für die digital unterstützte Pflege der Zukunft. Es handelt sich um ein Verbundprojekt der Hochschulen Kempten, Neu-Ulm, Augsburg, der Universität und des Universitätsklinikums Augsburg. Nach der im September 2020 abgeschlossenen Phase 1 ging das Projekt nun in die praktische Umsetzung. Die Phase 2 läuft von Oktober 2020 bis September 2024 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit rund 6,1 Millionen Euro gefördert. Am 18. März 2021 überreichte Staatsminister Klaus Holetschek den Förderbescheid.

Harmonisierung von Datensammlungen zwischen Pflege-Institutionen

Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung nachhaltiger Konzepte für eine zeitgemäße, digital unterstütze Pflege. Die Universität Augsburg konzipiert, entwickelt und evaluiert in ihrem Teil einen sogenannten Data Lake, der Datensammlungen zwischen Pflegeinstitutionen harmonisieren kann.

In der Leitregion für digitale Pflege sollen etablierte Strukturen und alle Beteiligten vernetzt werden. Alle bestehenden Versorgungsstrukturen in der Pflege werden analysiert und neue Möglichkeiten zur Erleichterung und Unterstützung basierend auf technisch-digitalen Systemen oder Prozessen aufgezeigt. Gemeinsam mit den Pflegebeteiligten erproben und diskutieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Möglichkeiten. Für die Durchführung werden Praxispartner wie Seniorenheime und ambulante Pflegedienste akquiriert, die einen Zugang in die Pflegepraxis sicherstellen.

In Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg wird ein „Pfleg-Data-Lake“ entwickelt. Er soll eine Harmonisierung von Datensammlungen zwischen Pflege-Institutionen ermöglichen. Ziel ist es, relevante Daten für Forschung und Ausbildung zu generieren und diese inter-institutionell austauschbar zu machen. Damit können digitalisierte Forschungs- und Lehrprojekte in der Pflege vorangebracht und realisiert werden, die wiederum bessere Pflege und effektivere Prozesse ermöglichen. Datenschutz spielt bei diesem Vorhaben eine übergeordnete Rolle.

Pflegeüberleitungsberichte endlich digital übermitteln

Gemeinsam mit der Hochschule Augsburg leitet das Universitätsklinikum das Teilprojekt „Digitalisierung des Pflegeüberleitungsberichtes". Aktuell werden diese Berichte, in Papierform, zum Zeitpunkt der Überleitung, an die nächsten Einrichtung übermittelt. Das Fachpersonal kann sich daher nicht frühzeitig auf die Pflegebedürftigen vorbereiten und notwendige Hilfsmittel oder Medikamente bereitstellen. Sobald der Bericht vorliegt, müssen die Daten dann von Hand in das jeweilige System eingetragen werden – eine übergreifende digitale und sichere Lösung gibt es bislang nicht.

Zukünftig werden pflegerelevante Informationen frühzeitig an Reha- und Pflegeeinrichtungen übermittelt und im Dokumentationssystem hinterlegt. Im Umgekehrten Fall stehen diese wichtigen Daten in der Klinik bereits bei der Aufnahme zur Verfügung.

Des Weiteren entwickelt das Universitätsklinikum Augsburg zusammen mit der Hochschule Neu-Ulm eine Wissensplattform unter dem Namen „PflegeWiki“. Das Universitätsklinikum Augsburg stellt sich der Aufgabe hierfür pflegerelevantes Fachwissen, welches u.a. im Rahmen anderer Teilprojekte gesammelt wird, zielgruppengerecht in digitaler Form zur Verfügung zu stellen.

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