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KoalitionsverhandlungenDBfK von NRW-Sondierungspapier enttäuscht

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist unzufrieden mit dem NRW-Sondierungspapier von CDU und Grünen hinsichtlich konkreter Maßnahmen zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Gesundheits- und Pflegesystems.

Fragezeichen
Brian Jackson/stock.adobe.com

Symbolfoto

Am 29. Mai 2022 haben CDU und Grüne in NRW beschlossen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, doch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht beim Thema Pflege in den NRW-Koalitionsverhandlungen dringenden Nachbesserungsbedarf. Als positiv bewertete der DBfK ausschließlich das Bekenntnis zur Pflegekammer. Das Sondierungspapier von CDU und Grüne enttäusche jedoch bisher in den Punkten Pflege und Gesundheit. So schließe sich das verbleibende Zeitfenster, um die Weichen für eine zukunftsfähige und belastbare Versorgung des bevölkerungstärksten Bundeslandes richtig zu stellen, zusehends.

Einschränkungen im Leistungsangebot

Die Situation in der beruflichen Pflege in Nordrhein-Westfalen sei dramatisch. An den Universitätskliniken würden Pflegende für mehr Personal streiken und in Tieilen des Landes sei die gesundheitliche und pflegerische Versorgung schon jetzt mangelhaft. Auch der Zugang zu Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes oder eines Hausarztes sei mit erheblichen Wartezeiten und Einschränkungen im Leistungsangebot verbunden, wobei der Anteil der über 65-Jährigen bis 2030 auf dann 30 Prozent ansteigen werde. Hiermit sei wiederum eine deutliche Zunahme von Menschen mit chronischen Erkrankungen, Multimorbidität und Pflegebedarf verbunden.

Stärkung der Primärversorgung gefordert

Der DBfK kritisiert folglich das Fehlen konkreter Pläne zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung. Gerade eine Bekenntnis zu mehr pflegebezogenen Studienplätzen und zur Verbesserung der Ausbildungsqualität noch zur Stärkung der Primärversorgung durch Pflegefachpersonen in erweiterten Rollen, z.B. Community Health Nurses, oder zu mehr Strukturqualität mittels Personalvorgaben in den entsprechenden Landesgesetzen Nordrhein-Westfalens würden fehlen. Auch müsse die neue Landesregierung die Situation in der Altenpflege mit einem Personalschlüssel von ca. 1:50 in der Nachtschicht endlich angehen und für bessere Verhältniszahlen im Wohn- und Teilhabegesetz sorgen. Zusätzlich müssten Versorgungsstrukturen reformiert und die Aufgabenverteilung im Gesundheitssystem neu justiert werden.

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