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Herausgebersicht2026 – ein Reformjahr, das Zuversicht verdient

Dieses Jahr wird zur strategischen Bewährungsprobe für Kliniken: Die Reform verschiebt Rollen, Verantwortlichkeiten und Versorgungslogiken – und zeigt zugleich, wie stark das System im Umgang mit Wandel geworden ist. Ein Kommentar von Barbara Napp.

Barbara Napp
UKE
Barbara Napp ist Pflegerische Zentrumsleitung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Herausgeberin der kma.

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und es wird die Strukturen des Gesundheitswesens neu definieren. Die angekündigten Reformen mit der Einführung der Leistungsgruppen werden die Versorgungslandschaft neu ordnen und strategische Entscheidungen neu ausrichten. Welche Leistungsgruppen können wir künftig verantwortungsvoll abbilden? Wo entstehen neue Kooperationserfordernisse? Wie sichern wir Qualität und Wirtschaftlichkeit unter veränderten Rahmenbedingungen? Diese Fragen begleiten uns seit Jahren, doch 2026 werden sie zur strategischen Nagelprobe.

Reformen, die Rollen neu schreiben

Reformen im Gesundheitswesen sind nichts Neues, keine Legislaturperiode vergeht ohne neue Strukturvorgaben. Doch die aktuelle Reform greift tiefer: Sie verändert Rollen, Verantwortlichkeiten und Versorgungslogiken. Genau deshalb lohnt der Blick zurück, wie sich die Antworten auf altbekannte Herausforderungen entwickelt haben.

Mitte der 90er Jahre waren digitale Patientenakten Vision, KI-gestützte Diagnostik ein Forschungsprojekt und robotische Assistenzsysteme eine Randnotiz. Heute ermöglichen interoperable Plattformen sektorenübergreifende Datenflüsse, Machine Learning Modelle unterstützen Radiologie, Pathologie und Intensivmedizin, und klinische Entscheidungsunterstützungssysteme sind vielerorts gelebte Praxis. 

Parallel hat das Management einen deutlichen Professionalisierungsschub erlebt: Lean Methoden, klinische Pfade, automatisierte Prozesse und datenbasierte Steuerung gehören längst zum Standard moderner Klinikführung.

Die Herausforderungen werden nicht kleiner, aber unser Instrumentarium ist präziser und wirksamer.

Ebenso tiefgreifend hat sich die Führungskultur gewandelt. Wo früher starre Hierarchien dominierten, setzen viele Häuser heute auf agile Strukturen und geteilte Verantwortung. Shared-Leadership-Modelle zwischen ärztlicher, pflegerischer und kaufmännischer Leitung verbessern die Entscheidungsqualität. Psychologische Sicherheit wird zunehmend Voraussetzung für Innovation und Fehlerkultur – und damit der zentrale Hebel für erfolgreiche Transformation. Die Herausforderungen werden nicht kleiner, aber unser Instrumentarium ist präziser und wirksamer.

30 Jahre kma

Gerade jetzt, da erneut eine tiefgreifende Reform bevorsteht, zeigt der Rückblick: Dieses System hat gelernt, Wandel nicht nur auszuhalten, sondern aktiv zu gestalten. Kliniken haben technologische, organisatorische und kulturelle Transformationen bewältigt – parallel und unter Druck, aber mit wachsender Professionalität. Diese Erfahrung ist ein starkes Fundament für das, was kommt.

Die kma begleitet diesen Weg seit 30 Jahren – als verlässlicher Partner, kritischer Beobachter und Impulsgeber. Ein Jubiläum, das zum Rückblick einlädt und Vorfreude weckt. Denn die kma wird weiter Analysen und Perspektiven liefern, die Sie durch diese anspruchsvolle Reformphase begleiten. Wer Jahre voller Umbrüche gemeistert hat, kann den kommenden Veränderungen mit Klarheit, aber auch Selbstbewusstsein und Zuversicht begegnen.

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