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Test zu Nato-ErnstfallBundeswehr übt mit Kliniken die Rettungskette im Bündnisfall

Die Bundeswehr trainiert einige Tage die Versorgung Verwundeter im Bündnisfall. Auch zivile Partner aus Berlin beteiligen sich bei der Übung „Medic Quadriga“. Eine der bisher größten Übungen für den Kriegsfall.

Feuerwehr-Ausrüstung an Kleiderhaken
Firefighter Montreal/stock.adobe.com
Symbolfoto

Mehrere Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg beteiligen sich an einer bevorstehenden und großangelegten Sanitäts-Übung der Bundeswehr. Getestet wird von Mittwoch bis Samstag die Rettungskette und Versorgung verwundeter Soldaten bei einem Nato-Bündnisfall, wie die Bundeswehr ankündigte. Kritik kommt vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). 

Eingebunden in die Übung sind Kliniken in Potsdam, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Bad Saarow, Königs Wusterhausen, Cottbus und Lübben. Ebenso sind neben dem Bundeswehrkrankenhaus weitere Berliner Kliniken beteiligt, darunter die Charité. Die Bundeswehr reagiere mit der Übung „Medic Quadriga 2026“ auf die veränderte Sicherheitslage und die konkrete Bedrohung durch Russland, hieß es. 

BSW: „Krankenhäuser keine militärischen Übungsräume“

Das BSW im Landtag in Potsdam lehnt eine Beteiligung ziviler Kliniken ab. „Krankenhäuser sind keine militärischen Übungsräume“, sagte der Abgeordnete Andreas Kutsche. Man bereite die Bevölkerung sozusagen auf Krieg vor, ohne eine breite Debatte dazu zu führen. „Brandenburg darf nicht zur militärischen Drehscheibe werden.“

Schauplatz der Übung soll der Hauptstadtflughafen BER sein. Geübt wird dort etwa die Verlegung Verwundeter in deutsche Krankenhäuser. Nach Angaben der Bundeswehr handelt es sich um die größte Übung des Sanitätsdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022. Mehr als 1000 Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 250 zivile Übungsteilnehmer von Bund, Ländern und nicht-staatlichen Organisationen seien dabei.

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Fokus auf Patiententransport

„Erstmals werden im großen Stil der Patiententransport nach Deutschland und die dortige weitere Patientenversorgung trainiert – und damit auch die letzten Glieder der Rettungskette“, sagt Czyborra. „Die veränderte Gefährdungslage zwingt uns dazu, die zivile Verteidigung noch stärker in den Blick zu nehmen“, so Czyborra weiter. „Verschiedene Szenarien zeigen, dass Berlins Krankenhäuser hier eine Schlüsselrolle übernehmen werden.“

Erstmals werden im großen Stil der Patiententransport nach Deutschland und die dortige weitere Patientenversorgung trainiert – und damit auch die letzten Glieder der Rettungskette.

Damit die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern im Regelbetrieb möglichst nicht beeinträchtigt werde, liege für die Senatsgesundheitsverwaltung der Schwerpunkt bei dem Test bei der Vorbereitung und Koordination der Patientenverlegung. 

Die Senatsgesundheitsverwaltung betonte zudem, dass die Übung keinen Einfluss auf die notfallmedizinische stationäre Regelversorgung in der Hauptstadt haben. Die beteiligten Kliniken seien rechtzeitig informiert und eingebunden worden.

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