
Mit minus 5,8 Millionen Euro haben die Bezirkskliniken Mittelfranken das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen. Die wirtschaftliche Basis des Klinikverbunds – mit Schwerpunkt unter anderem in den Bereichen Psychiatrie und Neurologie – gilt trotzdem als stabil. Das operative Geschäft sei weitgehend ausgeglichen geführt worden, heißt es aus dem Haus.
Das negative Ergebnis zeige jedoch, wie angespannt die wirtschaftliche Lage vieler kommunaler Krankenhäuser sei. „Notwendige Investitionen und neue gesetzliche Vorgaben belasten die Einrichtungen spürbar“, teilt der Verbund mit.
Modernisierung trotz Minus
Trotz der angespannten Lage halten die Bezirkskliniken Mittelfranken an ihrem Investitionskurs festhalten. Im Mittelpunkt stehen vor allem die baulichen Modernisierungen der Klinikstandorte: Am Klinikum am Europakanal in Erlangen schreitet laut Mitteilung der Generalausbau planmäßig voran – das erste neue Stations- und Patientengebäude soll 2027/2028 in Betrieb gehen. Parallel dazu öffnet Ende 2026 die neue Psychosomatische Fachklinik Altmühltal in Treuchtlingen, die eine bestehende Versorgungslücke in der Region schließen soll.
„Wir werden Mittel gezielt einsetzen, Investitionen klar priorisieren und Abläufe weiter verbessern. Unser Ziel ist und bleibt unverändert: eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung der Menschen in Mittelfranken“, so die Kaufmännische Vorständin Stinne Fronius.
Psychiatrische und psychosomatische Angebote würden zu oft primär als Kostenfaktor wahrgenommen, obwohl sie Menschen die Rückkehr in Beruf und gesellschaftliches Leben ermöglichten. Der Medizinische Vorstand Dr. Matthias Keilen plädiert daher die psychiatrische Versorgung mehr zu berücksichtigen: „Wer in Gesundheit investiert, stärkt letztlich die wirtschaftliche Stabilität einer Region – und damit die Region selbst.“
GKV-Gesetz als Risikofaktor
„Stabile Krankenkassenbeiträge sind wichtig“, sagt Bezirkstagspräsident und Verwaltungsratsvorsitzender Peter Daniel Forster mit Blick auf das geplante GKV-Stabilisierungsgesetz. „Aber Kliniken brauchen verlässliche Mittel für Personal, Modernisierung und regionale Versorgung.“ Fehlen diese Mittel, gerieten genau jene Angebote unter Druck, auf die vulnerable Bevölkerungsgruppen angewiesen seien.
Forster spricht dabei ein strukturelles Problem an: Wenn Krankenhäuser tiefer ins Defizit geraten, müssen kommunale Träger – Städte, Landkreise, Bezirke – einspringen. Die Kosten werden damit nicht vermieden, sondern verschoben.
Zum Klinikverbund
Die Bezirkskliniken Mittelfranken versorgen mit rund 3300 Mitarbeitenden Menschen mit psychischen, suchtbezogenen und neurologischen Erkrankungen – in neun Kliniken, zwölf psychiatrischen Institutsambulanzen, neun Tageskliniken und zwei sozialpsychiatrischen Einrichtungen. Das Spektrum reicht von Kinder- und Jugendpsychiatrie über Suchtmedizin und Forensische Psychiatrie bis zur Geriatrischen und Neurologischen Rehabilitation.








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