
Der bayerische Krankenhausplanungsausschuss (KPA) hat in seiner jüngsten Sitzung Beschlüsse zur Weiterentwicklung der stationären Versorgung getroffen. Im Fokus stehen Investitionen in Bauprojekte, die Ausweitung der Behandlungskapazitäten sowie eine stärkere Spezialisierung einzelner Standorte.
„Die stationäre Krankenhausversorgung im Freistaat ist gut aufgestellt“, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Es gebe dort ein „flächendeckendes Netz leistungsfähiger Einrichtungen“, das durch die aktuellen Beschlüsse weiterentwickelt werde. Die Entscheidungen des Gremiums bildeten einen zentralen Baustein der bayerischen Krankenhausplanung, die in enger Abstimmung mit Trägern, Ärzteschaft und Kostenträgern erfolgt.
Investitionen in Infrastruktur
Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Anerkennung von Investitionsbedarfen baulicher Maßnahmen. Darunter fallen unter anderem das Klinikum Bamberg (Betriebsstätte am Bruderwald) mit über 1000 Betten, das Klinikum Würzburg Mitte sowie das Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg.
Auch kleinere Häuser profitieren von den Beschlüssen, darunter die Kreisklinik Bad Reichenhall, das Klinikum Immenstadt und das Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Mit der Bedarfserkennung schafft der Freistaat die Voraussetzung für die Finanzierung entsprechender Bauvorhaben.
Spezialisierung und neue Versorgungsaufträge
Neben baulichen Themen rückte auch die fachliche Weiterentwicklung einzelner Standorte in den Fokus. Dem Klinikum Nürnberg Süd wurde die Funktion eines Zentrums für Intensivmedizin nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zugewiesen. Damit sind künftig auch spezifische Vergütungszuschläge möglich.
Psychosomatik und Schlaganfallversorgung
Versorgungsangebote im Bereich Psychosomatik wachsen stetig an, heißt es in der Mitteilung. Mehrere Einrichtungen erhalten zusätzliche Planbetten, darunter die Schön Klinik Berchtesgadener Land, die Schön Klinik Roseneck sowie der Medical Park Chiemseeblick. Auch die Simssee Klinik Bad Endorf baut nicht nur ihre Kapazitäten aus, sondern richtet zusätzlich eine Tagesklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ein.
Außerdem hat der Planungsausschuss die Kriterien für Thrombektomie-Standorte überarbeitet. Künftig wird die Mindestfallzahl von 35 auf 50 Eingriffe angehoben. Hintergrund sind aktualisierte Zertifizierungsvorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für überregionale Stroke Units. Die neuen Regeln treten zum 1. Juli in Kraft.
„Mit den getroffenen Beschlüssen haben wir das stationäre Angebot in Bayern weiter gestärkt und das vorgehaltene Behandlungsangebot punktuell im Sinne der Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ergänzt“, so die Gesundheitsministerin.







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