
Einmalhandschuhe, Schutzausrüstung und andere wichtige Waren für den täglichen Bedarf im Krankenhaus könnten knapp werden, da durch den Krieg im Iran Lieferketten unterbrochen wurden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt daher vor Preissteigerungen und kritisiert fehlende Vorsorgemaßnahmen der Politik.
„Sollte sich die politische Situation nicht in absehbarer Zeit entspannen, werden die Einkäufer der Kliniken mit starken Preissprüngen oder gleich leeren Lagern konfrontiert sein“, sagt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Henriette Neumeyer.
Aktuell nehmen viele der Hersteller von medizinischer Schutzausrüstung in Ostasien keine Bestellungen mehr an. Durch den Krieg im Iran fehlen ihnen die zur Produktion notwendigen erdölbasierten Stoffe wie Naphtha und Ethylen. Ein Mangel herrscht auch bei Helium, das zur Kühlung von medizinischen Geräten eingesetzt wird. Helium ist ohnehin ein knappes Gut, dessen Beschaffung durch die aktuelle Lage zusätzlich erschwert wird.
Kliniken müssen auf Vorräte zurückgreifen
Laut Neumeyer wirken sich die unterbrochenen Lieferketten noch nicht spürbar auf die Versorgung in den Krankenhäusern aus. Das liege aber vor allem an der Vorratshaltung der Kliniken und den Beständen der Händler.
Sollte sich die Lage nicht bald entspannen, droht Krankenhäusern eine Situation wie zu Beginn der Corona-Pandemie 2020. Vergleichbare Preissteigerungen können die Krankenhäuser aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und den jüngsten Sparvorschlägen jedoch nicht leisten. Neumeyer fordert daher die Politik auf, rechtzeitig gegenzusteuern.
Leider hat die Politik die Lehren aus den Lieferengpässen während der Pandemie noch nicht gezogen.
Zudem kritisiert Neumeyer, dass die Politik nicht aus den Lieferengpässen während der Corona-Pandemie gelernt habe: „Die damals angekündigte Nationale Reserve Gesundheitsschutz existiert bis heute genauso wenig wie eine relevante europäische Produktion von Schutzausrüstung und medizinischer Verbrauchsgüter.“









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