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kma Entscheider BlogMetanoia als Chance – mit neuem Denken raus aus der Krise

Führungskräfte müssen sowohl aktuelle Herausforderungen meistern als auch die Zukunft schon jetzt gestalten. In unsicheren Zeiten reichen kleine Veränderungen längst nicht mehr aus. Wie Ihnen in sechs Schritten die gedankliche Neuorientierung Ihrer Organisation gelingt, erfahren Sie hier.

ID-Native GmbH

Tanja Heiß ist Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH in Goldbach und Co-Gründerin von Hashtag Gesundheit e.V.

Die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens

Schon vor der Pandemie wurde in fast allen Bereichen eine Transformation oder auch eine Revolution des Gesundheitswesens gefordert, um den Anforderungen in Zukunft gerecht werden zu können. Hier und heute, mit Corona als Game Changer, reichen diese Begrifflichkeiten längst nicht mehr aus, um das zu beschreiben, was es wirklich braucht: eine radikale Veränderung des Denkens! Sich lediglich mit innovativen Businessmodellen zu befassen, ist zu kurz gedacht. Methodiken wie Lean Management und OKR greifen im Gesundheitswesen kaum, weil die Führungsstrukturen dafür keinen fruchtbaren Boden bieten.

Metanoia kommt aus dem altgriechischen und bedeutet eine grundlegende Veränderung oder Neuorientierung des Denkens. Das Christentum setzt Metanoia beispielsweise mit Buße oder Umkehr gleich. Damit hier keine Missverständnisse entstehen: Metanoia heißt nicht, zurück in die Zeit vor Corona. Die Umkehr bezieht sich auf das Bewusstsein. Sie setzt eine starke Reflektionsfähigkeit voraus. Die Führung gibt dabei Orientierung und sorgt für Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Eine Kultur der Möglichmacher

Wir können nicht vorhersagen, welche Herausforderungen in den nächsten Monaten und Jahren auf uns zukommen. Ob es die Pandemie ist oder der Fachkräftemangel, der weiter steigende Kostendruck oder die Veränderungen in der Arbeitswelt: Führungskräfte werden nicht für jede Frage die richtige Antwort haben. Aber sie sind der Dreh- und Angelpunkt, die Vorreiter, wenn es um das Ergreifen von Möglichkeiten und das Ausprobieren neuer Ideen geht.

Fragen Sie sich selbst: Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Sobald wir einmal richtig angekommen sind in der Führungsroutine, schleicht sich auch schnell der Stillstand ein. Um die Kultur in der Organisation zu einer Bewusstseinsveränderung zu bewegen, ist es notwendig, zunächst das eigene Mindset neu zu programmieren. Die Handlungsfelder Kultur, Führung und Kommunikation haben dabei etwas gemeinsam: neue Netzwerke, Routinen und Wege zur Entscheidungsfindung.

Sechs Schritte für eine Neuorientierung des Denkens

Neue Gedanken und Chancen fallen nicht plötzlich vom Himmel. Führungskräfte müssen sich und anderen den Rahmen schaffen, in denen sich ein völlig neues Bewusstsein entwickeln kann. Dafür ist es notwendig, dass wir Hierarchie, Status, Kontrolle und Befehl in der Führung ersetzen:

Reflexion: Beginnen Sie immer bei sich selbst. Und wenn Sie reflektieren, vermeiden Sie Vorwürfe und Kritik. Nutzen Sie die Vorteile einer positiven Fehler- und Feedbackkultur.

Begeisterung: Freuen Sie sich darauf, altes sowie bewährtes loszulassen und stecken Sie ihr Team mit Freude und Leidenschaft für das Neue an.

Netzwerke: Schaffen Sie sich als Führungskraft nicht nur externe Management-Netzwerke mit anderen Entscheidungsträgern. Sorgen Sie für neue interne zwischen Ihren Teams und mit Teams anderer Organisationen zum Austausch und zur Weiterentwicklung.

Wertschätzung: Alles darf, nichts muss. Hören Sie auf alles und jeden zu bewerten. Und wenn Sie bewerten müssen, dann tun Sie es wertschätzend und fokussieren sich auf die Gemeinsamkeiten als auf die Punkte, die Sie und Ihr Gegenüber trennen.

Vertrauen: Verzichten Sie dort, wo es möglich ist, auf Kontrolle. Und streichen Sie rhetorische Fragen wie „Warum haben Sie das noch nicht erledigt?“ aus Ihrem Wortschatz. Denn es geht um Ergebnisse und nicht um Rechtfertigung.

Impulse: Befähigen Sie Ihre Mitarbeitenden. Seien Sie Coach auf Augenhöhe und geben Sie ihnen die notwenigen Leitplanken und Werkzeuge an die Hand, um wirksam zu sein.

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