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Der kma Entscheider-Blog

kma Entscheiderblog10 Kriterien einer erfolgreichen Klinikmanagement-Ausbildung

Eine Führungskraft im Krankenhaus muss heute mehr mitbringen als nur ein Studium in BWL oder Gesundheitsökonomie. Doch die am Markt bestehenden Ausbildungsprogramme unterscheiden sich sehr u.a. in Umfang und Kompetenzvermittlung. Woran erkennen Sie ein Angebot, das optimal vorbereitet?

ID-Native GmbH

Tanja Heiß ist Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH in Goldbach und Co-Gründerin von Hashtag Gesundheit e.V.

Mehr als Theorie

Bei der Breite an (berufsbegleitenden) Ausbildungsprogrammen finden sich Anbieter unterschiedlichster Art und Weise. Neben den Hochschulen gibt es inzwischen auch eigene Zertifizierungs- und Weiterbildungsprogramme von Akademien, die Teil einer Beratungsgesellschaft sind. Einige davon finden ausschließlich virtuell statt, während andere hingegen reine Präsenzveranstaltungen umfassen. Auch der Praxisanteil ist nicht gleichermaßen gegeben. Da die meisten Klinikmanager und -managerinnen jedoch bereits ein Hochschulstudium absolviert haben, suchen sie häufig eine Möglichkeit zusätzliche Kenntnisse auszubauen, die ihnen im Alltag weiterhelfen. Das geht mit den veränderten Anforderungen an Führungskräfte im Krankenhaus einher. Nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind notwendig, sondern auch Softskills für die Mitarbeiterführung, aber auch erfolgreiches Krisenmanagement. Viele Anbieter kommen hier schnell an ihre Grenzen.

Das zeichnet erfolgreiche Ausbildungsprogramme aus:

  1. Es vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch wichtige Praxisinhalte.
    Dafür sollte es auch Dozierende aus der Praxis geben und nicht nur Professoren, die seit Jahrzehnten ihren Lehrstuhl nicht verlassen haben.

  2. Der Lehrplan lässt Spielraum für aktuelle Themen.
    Neue Gesetzesänderungen oder auch aktuelle Entwicklungen in Zeiten einer Pandemie – eine Weiterbildung sollte auch auf diese Fragestellungen eingehen und Hilfestellungen geben.

  3. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verlassen regelmäßig ihre Komfortzone.
    Schluss mit Beschallung von vorne. Im Klinikmanagement steht man ständig im Fokus und muss selbstständig agieren. Deswegen sollte in einem Ausbildungsprogramm genau das trainiert werden und nicht nur das Zuhören oder Auswendiglernen von Inhalten.

  4. Die Seminare finden in Präsenz statt und bieten intensive Austauschmöglichkeiten.
    Ergänzende Online-Angebote sind hilfreich, aber um die Wirksamkeit einer künftigen Führungskraft zu erhöhen, ist der direkte Austausch mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im 1:1-Gespräch sowie in der Gruppe wichtig. Dadurch wird auch ein Netzwerk aufgebaut, das in der späteren Führungsposition nützlich ist.

  5. Es umfasst einen längeren Zeitraum und besitzt trotzdem eine Regelmäßigkeit.
    Idealerweise treffen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindestens einmal im Monat zusammen und das über einen Zeitraum von ein bis drei Jahren. Das breite Wissen, das später benötigt wird, kann nicht innerhalb von 15 Seminartagen aufgebaut werden.

  6. Die breite Kompetenzentwicklung steht im Fokus.
    Nicht nur Fachkompetenz ist entscheidend für eine Führungsposition. Auch methodische Kompetenzen wie Rhetorik und persönliche Kompetenzen sind wichtig. Diese Kompetenzen dürfen nicht nur theoretisch vermittelt, sondern müssen auch immer wieder in praktischen Übungen trainiert werden.

  7. Der Anbieter ist etabliert und renommiert.
    Achten Sie auf Referenzen durch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Zertifizierungen und Kooperationspartner. Auch die Vielfalt und Qualität der Dozierenden ist ein relevantes Entscheidungskriterium.

  8. Das Lehrmaterial steht nicht nur in schriftlicher Form zur Verfügung.
    Unterschiedliche Lerntypen (kinästhetisch, auditiv, visuell) müssen auch beispielsweise durch Video-Tutorials oder Audio-Aufzeichnungen abgeholt werden, damit sich der Lernstoff einprägt.

  9. Das Ausbildungsprogramm setzt auch nach Beendigung noch Impulse.
    Egal ob TeilnehmerinnenTeilnehmer und Dozierende noch über Plattformen in Kontakt bleiben oder ob es Aufbaukurse gibt: Sobald das neu erworbene Wissen angewendet wird, entstehen Fragen und es besteht vermehrt der Wunsch sich auszutauschen.

  10. Die Motivation und Inspiration sorgen für mehr Nachhaltigkeit.
    Spaß beim Lernen sorgt dafür, dass Inhalte besser verinnerlicht und auch Jahre später noch gerne umgesetzt werden.


Um Anbieter sinnvoll vergleichen zu können, ist es allerdings notwendig sich zuvor über die persönlichen Ziele klar zu werden. Das kann im Austausch zwischen Mitarbeiterin/Mitarbeiter und Führungskraft stattfinden, wenn die Entwicklung das eigene Unternehmen betrifft. Gibt es Karriereziele außerhalb des Unternehmens, hilft auch der Austausch im eigenen Netzwerk oder die Zusammenarbeit mit einem Karriere-Coach.

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