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kma Entscheider BlogÖGD und stationäre Vollversorgung müssen sich mehr vernetzen

Im Zuge der Corona-Pandemie wird die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) gestärkt. Worin liegen die Vorteile einer engeren Vernetzung zwischen Kliniken und ÖGD? Worauf es im Kern ankommt, erläutere ich im Folgenden.

Privat

Christian Krohne ist Inhaber von Krohne Public Relations und Mitglied bei Hashtag Gesundheit e.V.

Das deutsche Gesundheitswesen ist stetig im Wandel. Die technologischen Neuerungen werden digitaler und Arbeitsprozesse dadurch effizienter. Damit verbunden ist auch die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, die im Zuge der Corona-Pandemie hinlänglich diskutiert worden ist. Hier erscheint es sehr sinnvoll, gerade bei der Überwachung der Trinkwasserhygiene perspektivisch dem ÖGD mehr digitale und damit effizientere Hilfsmittel an die Hand zu geben.

Stärkung des ÖGD

Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist für viele Bereiche zuständig, die die öffentliche Gesundheit betreffen und wurde trotzdem lange Zeit vernachlässigt. Von der Einschulung unserer Kinder über die Trinkwasserhygieneüberwachung bis hin zur Nachverfolgung derVerbreitung des Corona-Virus. Nie war „Public Health“ so präsent und wichtig wie heute in Pandemie-Zeiten! Immer mehr Stakeholder außerhalb des Gesundheitswesens erkennen dies endlich und setzen sich dafür ein, dass die öffentliche Gesundheitsfür- und vorsorge durch den ÖGD unter den bestmöglichen Bedingungen vorgenommen werden kann.

Dass die ohnehin bedeutsame Rolle des ÖGD im zurückliegenden Jahr noch einmal an Gewicht zugenommen hat, ist auch daran ersichtlich, dass sich viele politische Entscheider in den vergangenen Wochen und Monaten für dessen Stärkung ausgesprochen haben. Digitale Aufstockung, mehr Personal, Hilfe vom Medizinischen Dienst u.v.m. Zum fraglos größten Investment gehört der vier Milliarden-Pakt von Bund, Ländern und Kommunen, der im September 2020 auf den Weg gebracht wurde.

ÖGD zur Kontrolle der Trinkwasserhygiene in der stationären Vollversorgung

Die nun im Aufbau befindliche Infrastruktur wird sich langfristig für alle möglichen Bereiche rund um das Gesundheitswesen anwenden lassen. Da wir in Deutschland bereits seit langer Zeit über die beste Trinkwasserversorgung überhaupt verfügen, vergessen wir oft, dass dies keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist.

Bis zum Hausanschluss ist fast immer alles in Ordnung. Dann fangen die Probleme zwangsläufig an: Gerade in diesem Bereich sollten und müssen unbedingt Maßnahmen ergriffen werden, um das hohe Niveau zu halten und wo es geht zu verbessern. Aus Sicht der Trinkwasserhygiene und -kontrolle spricht sich etwa die Initiative Partner für Wasser e.V. dafür aus, dass die digitalisierte Infrastruktur, die jetzt im Zuge der Corona-Pandemie aufgebaut wird, auch nach dem Ende der Pandemie  für die Überwachung der Trinkwasserhygiene zum Einsatz kommt und ausgebaut werden muss. Das gilt ganz besonders für die Einrichtungen im Gesundheitswesen und in der Daseinsvorsorge: vom Krankenhaus über Zahnkliniken und Pflegeeinrichtungen bis hin zu Kitas, Schulen und Sportstätten.

Gerade die Trinkwasserhygiene ist ein wichtiges Präventionsthema für den ÖGD und daher essentiell für stationäre Einrichtungen.

  1. Wie alt ist die Trinkwasser-Anlage?
  2. Haben die Einrichtungen einen Hygiene-Plan?
  3. Erfolgen regelmäßige Wartungen der hauseigenen Trinkwasser-Installation?

Klinikmanager und Pflegeheimbetreiber sollten sich diese und weitere Fragen stellen, die die Partner für Wasser in einer Checkliste zusammengefasst haben, um zu gewährleisten, dass ihre Trinkwasserinstallation in einem optimalen Zustand ist. Die Investitionen in Personal und in die Digitalisierung während der Corona-Pandemie sind gut und richtig. Langfristig muss diese Infrastruktur aber auch für die Hygieneüberwachung und -verbesserung in der stationären Versorgung eingesetzt werden. 

Klinik-Manager profitieren zweifach: Unterstützung bei Audits und mehr Patientensicherheit

Die Krankenhäuser erhalten aufgrund der Corona-Pandemie zusätzliche Investitionsmittel. Das im September letztes Jahr verabschiedete Krankenhauszukunftsgesetz hält insgesamt Mittel in Höhe von bis zu 4,3 Milliarden Euro bereit. Die Opposition im Deutschen Bundestag fordert aktuell weitere Maßnahmen für die Krankenhäuser: Entbürokratisierung des Fallpauschalensystems und die Entwicklung alternativer Modelle für die Krankenhausfinanzierung.

Die im "Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst" vorgesehen Finanzmittel, in dessen Kontext auch die Einbindung von DEMIS (Deutsches Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) anzusiedeln ist, eröffnet weitere Optionen für die Optimierung der Trinkwasserhygiene. Es ist also von Vorteil, wenn sich das Krankenhaus-Management aktuell auch um die zukünftige Einbindung von DEMIS im eigenen Haus kümmert. Das System könnte einen echten Beitrag dazu leisten, nicht nur das aktive Meldesystem zu präzisieren und daraus notwendige Handlungsschritte abzuleiten. Wer DEMIS im stationären Umfeld "integriert", kann damit Audits steuern und so die Überwachung im eigenen Haus entsprechend verbessern.

Da Krankenhäuser auch in Wettbewerb stehen, haben Klinik-Manager die Chance, die professionelle digitale Aufstellung im Bereich der Trinkwasserhygiene als Vorteil für sich zu nutzen. Außerdem bietet eine moderne und permanent gemonitorte Trinkwasserinstallation einen Mehrwert für die Patientensicherheit. Das wiederum spart über die Zeit sogar Kosten, weil Nachsorge in der Regel teurer ist als Vorsorge.

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